Sommersaison

Trinkgeld-Geheimnis gelüftet: Kellner packen über Touristen aus

Trinkgeld
© Getty Images
Die Sommersaison in Kroatien läuft auf Hochtouren, und an der berühmten Uferpromenade Riva in Split herrscht Hochbetrieb. Einheimische Servicekräfte verraten nun exklusiv, welche Nationalitäten im Urlaub am großzügigsten sind.
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Wer in der warmen Hauptsaison durch die historische Altstadt von Split schlendert, trifft an der belebten Promenade auf Urlauber aus aller Welt. Für das Servicepersonal in den zahlreichen Cafés, Bars und Restaurants bedeutet der sommerliche Ansturm vor allem harte Knochenarbeit, aber auch die Aussicht auf lohnende Einnahmen. Wie das bekannte kroatische Portal "Slobodna Dalmacija" berichtet, klaffen die Spendierlaune und das Verhalten der internationalen Gäste beim Bezahlen jedoch extrem weit auseinander. Während manche Reisende nach dem Konsum keinen einzigen Cent extra dalassen, durften sich glückliche Kellner in absoluten Ausnahmefällen schon über sensationelle Einzeltrinkgelder von mehr als 400 Euro an nur einem einzigen Tisch freuen.

Besonders spendabel zeigen sich laut den Erfahrungen der kroatischen Kellner Gäste aus den Vereinigten Staaten. Der erfahrene Kellner Ivan Lavrić schildert, dass US-Amerikaner sehr großzügig sind und im Restaurant völlig freiwillig und standardmäßig 15 bis 20 Prozent auf den Rechnungsbetrag aufschlagen. Zwei amerikanische Urlauberinnen bestätigen diese praxis im Gespräch mit den Medien. In ihrer Heimat sei es völlig normal, im Service großzügig zu belohnen, da dort die Grundlöhne im Gastgewerbe oft sehr niedrig sind und die Angestellten existenziell auf das zusätzliche Geld angewiesen sind. Diese Gewohnheit nehmen die weitgereisten Urlauber ganz selbstverständlich mit nach Europa.

Deutsche und Österreicher bewegen sich im Mittelfeld

Deutlich sparsamer geht es dagegen bei europäischen Gästen zu. Vor allem Urlauber aus Frankreich, Schweden, Portugal und Italien zeigen sich beim Bezahlen an der Promenade Riva eher zurückhaltend und knausrig. Urlauber aus Deutschland und Österreich bewegen sich im soliden Mittelfeld der Statistik. In den meisten Fällen lassen sie laut den kroatischen Kellnern ein angemessenes Plus von zehn bis zwanzig Euro auf dem Tisch liegen. Die Kroatin Ana, die selbst als Kellnerin arbeitet und Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt hat, bestätigt, dass das Belohnen von gutem Service in unserer Kultur fest verankert ist. Üblich ist es hierzulande, den fälligen Betrag einfach auf die nächsten fünf oder zehn Euro aufzurunden.

Das Verhalten der verschiedenen Nationen im Überblick:

  • Spitzenreiter USA: Sensationelle 15 bis 20 Prozent zusätzlich sind für US-Gäste der absolute Standard.
  • Solides Mittelfeld: Deutsche und österreichische Urlauber runden meist großzügig auf und lassen zehn bis zwanzig Euro extra liegen.
  • Die Sparmeister: Franzosen, Italiener, Portugiesen und Schweden zeigen sich an der Adria oft extrem zurückhaltend.
  • Extremfälle: Die Spanne reicht von null Cent bis hin zu über 400 Euro Extra-Trinkgeld an einem einzigen Tag.

Andere Länder, andere Sitten im Urlaub

Wer im wohlverdienten Urlaub Fettnäpfchen vermeiden möchte, sollte sich vorab genau über die landesspezifischen Gepflogenheiten informieren. Während in den USA und Kanada bis zu 20 Prozent erwartet werden, gelten in vielen europäischen Ländern fünf bis zehn Prozent als absolut angemessen. Um sicherzugehen, dass das Geld auch wirklich bei der fleißigen Servicekraft ankommt, empfiehlt sich nach wie vor die Zahlung in bar. In Ländern wie Belgien, Dänemark oder der Schweiz ist ein extra Obolus nicht zwingend vorgeschrieben, hier reicht meist das einfache Aufrunden.

Darüber hinaus gibt es weltweit faszinierende Bräuche und Traditionen rund um die Bezahlung im Service:

  • Britische Pubs: In Großbritannien und Irland ist es unüblich, Bargeld auf den Tresen zu legen. Stattdessen spendiert man dem Wirt hinter dem Zapfhahn einfach ein Getränk ("and one for yourself").
  • Neapolitanische Tradition: In Süditalien gibt es den berühmten "Caffè sospeso". Dabei bezahlt ein spendabler Gast im Kaffeehaus einen zweiten Kaffee im Voraus, der später an eine bedürftige Person gratis ausgeschenkt wird.
  • Richtiges Verhalten: Ein freundliches Wort und der Griff zum Bargeld sind weltweit die beste Methode, um ehrliche Wertschätzung zu zeigen.

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