Grosz gesagt: Der kritische Blick

Grosz: ‚Die Pandemie existiert nur mehr am Papier‘

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Polit-Blogger und oe24-Kolumnist Gerald Grosz kommentiert für Sie die Polit-Woche in seiner bekannt charmanten Art.
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Willkommen bei Grosz gesagt, dem überaus kritischen Blick auf die aktuellen Geschehnisse unserer Zeit. Kritisch, direkt, unabhängig und scharf wie Messer. Versprochen.
Apropos Unabhängig. Wer gegen Krieg ist, wer die Gründe für einen Krieg nachvollziehen aber nicht teilen kann, wer die Geschichte eines Krieges versteht aber diesen nicht befürwortet, wer Krieg, Gewalt und Terror verurteilt aber objektiv über beide Seiten und ihre Schuld urteilt, wer gegen Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet ist, ja wer am Ende für Gespräche, Diplomatie und Frieden zwischen den Kriegsparteien eintritt, ist nach aktueller Lesart des verschobenen, um nicht zu sagen verschrobenen, politischen Kompasses kein Pazifist mehr sondern? Richtig! Ein Putin-Versteher. Der „Putin-Versteher“ ist der neue Schlachtruf des politischen Establishments, mit dem Kritiker des außenpolitischen Kurses der Europäischen Union nicht nur drangsaliert, sondern in der Meinung schlichtweg neutralisiert werden. Denn im Wort Putin-Versteher wird auch ganz subkutan der Eindruck vermittelt, dass es sich bei dem Individuum des Putin-Verstehers um eine Person handelt, die auf der Payroll des Kreml-Chefs steht, damit schmierbar, ja käuflich ist, sich nach Gewalt sehnt und das Blut der unschuldigen Opfer säuft. Und damit ist auch klar, dass es sich beim Putin-Vesteher um keinen guten Menschen handelt, sondern um einen finsteren Gesellen, der für die Rubel eines Kriegsherrn seine Moral über Bord wirft.


Wer hingegen für die Lieferung von Waffen in ein Kriegsgebiet steht, die Verlängerung des Mordens, die eindeutige Parteiennahme zugunsten einer Kriegspartei vertritt, die Involvierung ausländischer Truppen in einen Krieg zwischen zwei Ländern befürwortet, nach noch mehr Sanktionen schreit, Diplomaten ausweist, noch mehr provoziert, den Gas- und Ölhahn zudrehen will, Gespräche verweigert wäre bis vor wenigen Wochen ein Kriegstreiber gewesen ist aber heute in den Augen der politischen Korrektheit der neue Pazifist. Wir lernen im kleinen 1 Mal 1 der Tugend: Bis vor 2 Monaten war der Pazifist eine Friedenstaube, heute ist er ein Falke. Äußerst verwunderlich, dass sich im deutschsprachigen Sprachraum ausgerechnet die GrünInnen, die ehemals grüne Friedenspartei, an der Seite der konservativen Transatlantiker, Joe Biden-Verstehern und Waffenindustrielobbyisten wieder findet. So schnell kann es eben gehen und die politische Verortung ist über Bord geworfen. Über Bord werfen will die EU auch weiterhin das Gas aus Russland. Blut klebe an den Pipelines. Jeden Tag zahle die EU 1 Milliarde Euro an Russland für den Krieg. Auch der ukrainische Präsident Selensky fordert im Stundentakt einen Ausstieg Europas aus dem russischen Gas. Genüsslich geißelt der Held von Kiew den verschwenderischen Westen, dem der Wohlstand des eigenen Volkes wichtiger erscheint als das Überleben der Ukraine. In der ganzen Debatte gibt es nur einen Pferdefuß. Das gesamte russische Gas fließt auf dem Weg nach Europa durch Pipelines in der Ukraine. Dafür erhält Selenskys Regierung jährlich 1 Milliarde Euro Geld aus Russland. Exakt. Der Held von Kiew bzw. dessen Regierung bekommt Blutgeld von Putin. Und da soll noch einer sagen, die Abhängigkeit von russischem Gas sei nur eine Einbildung der Putin-Versteher.
Eine ähnliche Undifferenziertheit erlebt Europa seit Wochen zum Thema der sogenannten Oligarchen. Oligarchen sind die neuen Mafiosis, die aufgrund der Nähe zu einer politischen Elite auf Kosten des Volkes ihren Reichtum anhäufen. So weit, so schlecht. Und daher hat Europa das Eigentum der russischen Oligarchen eingefroren. Es ist eben ein Akt hoher moralischer Kompetenz Europas Eliten, sich um die von Oligarchen ausgebeuteten Russen zu sorgen. Aber was ist mit den ukrainischen Oligarchen, die das Volk der Ukraine die letzten Jahrzehnte ausgebeutet haben in dem sie sich mit der korrupten Elite Kiews verbrüderten. Sind das dann gute Kriminelle, die ihren Wohlstand vom Wiener Kohlmarkt bis nach Nizza an der Steuer des ausgebluteten Kiews vorbei verstreut haben?

Man sieht eben, das Leben ist nicht schwarz oder weiß und nicht jedes Thema eignet sich dazu, eindeutig Partei zu beziehen. Man sollte durchaus mit einer gewissen Äquidistanz die Welt um uns betrachten und begreifen. Das ist übrigens auch das Wesen der Neutralität. Richter sind beispielsweise neutral. Sie urteilen über Verbrechen, ermitteln aber zuerst die Schuld bevor sie darüber unabhängig richten. Und darum ist Unabhängigkeit auch in dieser Frage von immenser Bedeutung. Bedeutungsvoll sind auch die letzten Schritte, die Österreich im Nachklang zum Corona-Wahn der letzten 2 Jahre setzt. Nun fällt auch die letzte Maske, in der Schule. Man könnte meinen, die Hysterie hat ein Ende gefunden. Die Angstmacher vom Dienst, also jene Spezies von Menschen, die die letzten zwei Jahre von Corona und dessen Auswirkungen politisch gut gelebt haben, versuchen zwar noch in ihren letzten Zuckungen und dem Gefasel von einem Killervirus das Flämmchen am Lodern zu halten. Nur es will nicht mehr so recht gelingen, keiner wills mehr hören. Die Pandemie existiert eben nur mehr am Papier und in den wenigen Köpfen einiger Angstneurotiker. Zeit daher, diesen Wahnsinn aufzuarbeiten. Immerhin wurden mehr als 60 Milliarden Euro Volksvermögen durch den Schornstein geblasen, die Grund- und Freiheitsrechte ausgehöhlt, die Wirtschaft geschwächt, Arbeitsplätze vernichtet, ohne Ausschreibungen Maskendeals vergeben, Millionen an unsinnigen Tests bei einigen wenigen Anbietern eingekauft. Da dürfen wir nicht zur Tagesordnung übergehen. Diese Vorgänge müssen untersucht werden, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Und was eignet sich da besser als ein Untersuchungsausschuss, der die wirtschafts-, sozial-, finanz- und gesundheitspolitischen Auswirkungen des Krisenmanagements auf Herz und Nieren überprüft. Schauen wir, ob das Parlament auch in dieser Frage Zähne zeigt. Zähne habe ich heute genug gezeigt. Nächste Woche gibt es mehr. Wenns wieder heißt: Grosz gesagt. Bleiben Sie mir bis dahin treu!

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