Klimabedingt

Winzer beginnen Weinlese vorzeitig

Sonnenuntergang über einem grünen Weinberg mit Blick auf eine Stadt im Hintergrund.
© ORF
Wer den Duft von reifem Wein liebt, spürt heuer schon jetzt die Anspannung im Weinviertel und Weinland Niederösterreich: Die extreme Hitze- und Trockenheitsperiode zwingt Winzer zu einem historisch frühen Start
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Statt wie gewohnt im September beginnt die Hauptlese bereits in der zweiten Augusthälfte – zwölf Tage früher als im Durchschnitt.

Weniger Menge, mehr Sorgen

Der Weinbauverband rechnet mit spürbaren Ernterückgängen. Winzer Gerhard Markowitsch aus Göttlesbrunn erwartet ein Drittel weniger Ertrag: Die Trauben bringen weniger Gewicht und weniger Saft. Bei über 30 Grad schließen die Reben ihre Spaltöffnungen und drosseln die Fotosynthese – ein natürlicher Schutzmechanismus, der Wachstum und Reifung bremst.

Was das für den Genuss bedeutet

Für Weinfreunde heißt das: mehr Reife, mehr Alkohol im Glas. Doch genau das trifft nicht den aktuellen Geschmack – gefragt sind moderate, leichtere Weine. Verschärft wird die Lage durch volle Rotweinlager, während vor allem Weißwein gefragt bleibt. Der Weinbauverband denkt sogar über eine Krisendestillation von bis zu zehn Millionen Litern nach.

Zuversicht trotz Dürre

Markowitsch bleibt Optimist: "Der Rotwein wird wiederkommen." Für Weinliebhaber bedeutet der Jahrgang 2026 vor allem eines – ein Wein mit Geschichte, geprägt von einem Sommer, der alle Rekorde bricht.

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