4 Stunden für Sieg

Bart-König aus Lilienfeld

Mann mit kunstvoll gedrehtem, grauem Schnurrbart und Hut lächelt in die Kamera.
© ORf
Vier Stunden Styling, 16 Kringel im Schnurrbart und am Ende die Krone: Norbert Topf aus Lilienfeld ist der unangefochtene König der Bartträger.
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Der Mann trägt seine Gesichtsbehaarung nicht einfach nur – er zelebriert sie. Amtierender Europameister, vierfacher Weltmeister und seit 2023 sogar "Weltmeister der Weltmeister". Ein Bart, der Geschichte schreibt.

Vom Zweiten zum Champion

Dabei hätte alles auch ganz anders kommen können. 2013 lassen sich Freunde nichts sagen und schleppen Topf zur Weltmeisterschaft nach Stuttgart. Ergebnis: Platz zwei. Für die meisten ein Erfolg, für Topf eine Katastrophe. "Da hat es in mir Klick gemacht", erinnert er sich. Der Ehrgeiz war geweckt, und seither räumt der Niederösterreicher ab, was das Bartträgerherz begehrt – von der Schweiz bis nach Großbritannien.

Kinnbart, Fu-Manchu und Co.

Wer glaubt, ein Bart sei einfach nur ein Bart, kennt die Bartmeisterschaften nicht. Da gibt es den Dali-Schnurrbart, den Musketierbart, den Fu-Manchu-Bart und den Kaiserlichen Backenbart – eine ganze Welt der Gesichtsbehaarung, fein säuberlich in Kategorien sortiert. Topfs Steckenpferd: der "Kinnbart Freistil". Eine Fachjury bewertet Aussehen und Ausführung, ganz so, als würde ein Bart zum Kunstwerk erklärt.

Sponsor gesucht: Haarfestiger dringend benötigt

Ruhm ja, Reichtum nein: Große Preisgelder gibt es bei den Wettbewerben nicht. "Mein Hobby ist ziemlich kostspielig", verrät der Weltmeister, vor allem die vielen Reisen schlagen zu Buche. Sein Wunsch an das Universum: ein Sponsor, der die Haarfestiger-Rechnung übernimmt. Gestylt wird ohnehin in Eigenregie, Stylisten sind dem Bartkünstler zu teuer. Für den Weltmeisterbart brauchte er allein vier Stunden – der Schnurrbart wurde dabei dreimal eingedreht.

Einmal rasiert, nie wieder

Ehefrau Helga ist stolz auf ihren Mann, würde ihn aber auch gern einmal ohne Bart sehen. Ein Wunsch, der unerfüllt bleibt. Ein einziges Mal in seinem Leben hat sich Topf komplett rasiert – der Blick in den Spiegel war Strafe genug. "Um Gottes Willen!", entfuhr es ihm, und der Bart durfte sofort wieder wachsen. Am 19. September wagt sich der Meister nun erstmals in die Königskategorie Vollbart Freistil bei der Staatsmeisterschaft in Leogang. Die Konkurrenz darf zittern.

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