Klima-Extremist

SEK stürmt Wohnmobil: Die Jagd auf den Strom-Terroristen

Fahndungsfoto des mutmaßlichen Strom-Saboteur Daniel V. (48)
© Polizei NRW
Daniel V. soll Anschläge auf das Stromnetz geplant haben. Der mutmaßliche Klima-Extremist ist nach dem Fund seines Wohnmobils im Hambacher Forst weiter auf der Flucht vor der Polizei.
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Deutschland. In Gevelsberg, einer Kleinstadt mit 30.000 Einwohnern im südlichen Ruhrgebiet (NRW), herrscht derzeit Ausnahmezustand. Polizisten durchstreifen mit Spürhunden jene Siedlung am Waldesrand, in der der gesuchte 48-Jährige aufwuchs. Nachbarn beobachten das Geschehen und tuscheln, während die Mutter des Flüchtigen – eine Lehrerin – das Haus verlässt und in Begleitung weggebracht wird. Der Medienrummel und die Blicke sind der Witwe zu viel. Sie will nur noch weg, wie "Bild" berichtet. Ihr Mann, ein renommierter Architekt, verstarb bereits vor etwa 15 Jahren.

Ein Mann mit Brille, langen Haaren und Outdoorjacke lächelt in die Kamera.
Die Polizei fahndet jetzt mit Foto nach dem mutmaßlichen Strom-Saboteur Daniel V. (48) © Polizei NRW

Als Einzelgänger sehr zurückgezogen

Der mutmaßliche Klima-Extremist wird laut "Bild" von Nachbarn als Einzelgänger beschrieben, und das offenbar schon in seiner Kindheit. Bereits vor dem Tod seines Vaters habe sich der Verdächtige zurückgezogen. Zwar schaute er alle zwei bis drei Wochen bei seiner Mutter nach dem Rechten, doch für Smalltalk war er laut Bekannten nie zu haben. Ein Nachbar erinnert sich im Gespräch mit "Bild": "Er hat immer freundlich gegrüßt", und ergänzt: "Wenn der tatsächlich hinter diesen Taten stecken sollte – das hätte ich ihm niemals zugetraut." Über einen möglichen Job, eine Partnerschaft oder eigene Kinder ist im Umfeld ebenfalls nichts bekannt.

Leben in einem alten Wohnmobil

Bekannt ist hingegen, dass Daniel V. ein altes Wohnmobil besaß, in dem er auch gelebt haben soll. Anrainer aus der Siedlung berichten, dass er sich mit dem großen Fahrzeug oft unten am Wasser am sogenannten Ennepebogen in Gevelsberg aufgehalten und von dort aus mit Wasser versorgt habe. Genau dieses alte Mercedes-Wohnmobil wurde am Freitag von der Polizei entdeckt, wie "Bild" berichtet. Es stand im Hambacher Forst, rund 100 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt, ganz in der Nähe eines Braunkohletagebaus.

Einsatzkommando stürmt das Fahrzeug

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) stürmte den Wagen, doch der Tatverdächtige hatte sich darin nicht versteckt. Eine Hundertschaft durchkämmte das Gebiet bis in die Nacht hinein, jedoch bislang ohne Erfolg. Daniel V. ist somit weiterhin auf der Flucht. Laut einem Bekennerschreiben hat er sich dem Kampf gegen fossile Brennstoffe verschrieben. Ob der mutmaßliche Strom-Terrorist rund um den Hambacher Forst noch weitere Anschläge auf die Infrastruktur plante, ist unklar. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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