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Legionellen-Ausbruch in Linz: So erfolgt die Ansteckung und das sind die Warnzeichen

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Nach dem Legionellen-Ausbruch im Raum Linz sind inzwischen 26 Erkrankungen und drei Todesfälle bekannt. Wer sich in Linz aufgehalten hat, sollte vor allem bei hohem Fieber, Husten und Atemnot rasch medizinische Hilfe suchen.
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Legionellen werden hauptsächlich über feinste, mit Bakterien belastete Wassertröpfchen übertragen, die als Sprühnebel eingeatmet werden. Mögliche Quellen sind etwa Duschen, Whirlpools, Springbrunnen, Luftbefeuchter oder Kühltürme. Durch das bloße Trinken von Wasser steckt man sich in der Regel nicht an. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht nachgewiesen. Beschwerden treten meist zwei bis zehn Tage nach dem Kontakt auf. Typische Warnzeichen sind rasch ansteigendes Fieber, Schüttelfrost, Husten, Kopf- und Brustschmerzen sowie Atemnot. Auch Durchfall, Erbrechen oder Verwirrtheit können vorkommen. Da die Legionärskrankheit eine schwere Lungenentzündung auslösen kann, sollten entsprechende Symptome ärztlich abgeklärt werden.

Was ist über den Legionellen-Ausbruch in Linz bekannt?

Seit Beginn der Häufung schwerer Lungenentzündungen wurden im Raum Linz insgesamt 26 Erkrankungen registriert. Alle 24 in Oberösterreich lebenden Betroffenen mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden, teilweise war eine intensivmedizinische Versorgung notwendig. Zwei weitere Erkrankte leben im Ausland, hatten sich vor der Infektion jedoch in Linz aufgehalten.

Drei Menschen starben im Zusammenhang mit der Infektion. Zwei von ihnen waren über 80 Jahre alt und hatten schwere Vorerkrankungen. Der dritte Verstorbene war über 50 Jahre alt; bei ihm waren keine Vorerkrankungen bekannt.

Die verantwortliche Infektionsquelle ist weiterhin nicht zweifelsfrei identifiziert. Nach Angaben von Land Oberösterreich, Magistrat Linz und AGES wurden mehr als 150 Umweltproben aus Haushalten, Kühltürmen, Springbrunnen, Waschanlagen und anderen möglichen Quellen genommen. Mehr als 80 Untersuchungen sind bereits abgeschlossen. Kühltürme eines Unternehmens in der Wiener Straße wurden positiv auf Legionellen getestet und inzwischen gereinigt und desinfiziert. Ob sie tatsächlich mit dem Ausbruch zusammenhängen, ist jedoch noch offen.

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Wie steckt man sich mit Legionellen an?

Legionellen sind Bakterien, die in geringer Zahl natürlicherweise in Wasser vorkommen. In künstlichen wasserführenden Systemen können sie sich unter günstigen Bedingungen stark vermehren – insbesondere, wenn Wasser über längere Zeit steht und eine passende Temperatur erreicht.

Zur Ansteckung kommt es, wenn legionellenhaltiges Wasser fein zerstäubt wird und die Tröpfchen bis in die Lunge gelangen. Das kann beispielsweise passieren bei:

  • Duschen und Wasserhähnen
  • Whirlpools und Sprudelbecken
  • Springbrunnen und Fontänen
  • Luftbefeuchtern
  • bestimmten wasserführenden Kühl- und Klimaanlagen
  • Kühltürmen und Verdunstungskühlanlagen
  • schlecht gewarteten Warmwassersystemen

Kann man sich beim Duschen mit Legionellen anstecken?

Ja, grundsätzlich ist eine Ansteckung beim Duschen möglich – allerdings nur, wenn das verwendete Wasser stark mit Legionellen belastet ist und bakterienhaltiger Sprühnebel eingeatmet wird. Das bloße Berühren des Wassers führt nicht zur Erkrankung.

Auch das Trinken von belastetem Wasser gilt laut AGES normalerweise nicht als Infektionsweg. Ein Risiko kann entstehen, wenn Wasser versehentlich in die Luftröhre und damit in die Lunge gelangt. Das kann insbesondere bei Menschen mit ausgeprägten Schluckstörungen relevant sein.

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Welche Symptome sind typische Warnzeichen?

Die Legionärskrankheit beginnt häufig mit Beschwerden, die zunächst an eine Grippe oder einen anderen Atemwegsinfekt erinnern. Innerhalb kurzer Zeit kann sich daraus eine schwere Lungenentzündung entwickeln.

Zu den möglichen Symptomen gehören:

  • hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • trockener oder später auch produktiver Husten
  • starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • Brustschmerzen
  • Atemnot oder ungewöhnlich schnelle Atmung
  • ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche
  • Durchfall, Bauchschmerzen oder Erbrechen
  • Verwirrtheit oder Benommenheit

Die Beschwerden treten laut österreichischem Sozialministerium meist zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung auf. Anhand der Symptome allein lässt sich die Legionärskrankheit jedoch nicht sicher von anderen Formen einer Lungenentzündung unterscheiden.

Wann sollte man zum Arzt?

Wer sich in den vergangenen zehn Tagen in Linz oder der näheren Umgebung aufgehalten hat und hohes Fieber, Husten, Brustschmerzen oder Atemprobleme entwickelt, sollte rasch eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren. Dabei sollte ausdrücklich auf den Aufenthalt im Raum Linz und den aktuellen Legionellen-Ausbruch hingewiesen werden.

Bei starker Atemnot, Verwirrtheit, Kreislaufproblemen, bläulichen Lippen oder einer schnellen Verschlechterung des Allgemeinzustands sollte sofort der Rettungsnotruf 144 gewählt werden. Für eine erste Einschätzung steht in Österreich außerdem die Gesundheitsberatung unter 1450 zur Verfügung.

Wie wird eine Legionelleninfektion festgestellt?

Eine Legionellen-Lungenentzündung lässt sich nicht allein anhand der Beschwerden diagnostizieren. Ärztinnen und Ärzte können zunächst mithilfe einer Untersuchung und eines Lungenröntgens feststellen, ob eine Lungenentzündung vorliegt.

Zur Identifizierung des Erregers kommen unter anderem ein Antigen-Schnelltest aus dem Harn, eine PCR-Untersuchung oder eine Bakterienkultur aus Atemwegssekret infrage. Der Harn-Antigentest kann rasch einen Hinweis auf eine Infektion liefern, erfasst jedoch nicht jeden Legionellen-Typ. Je nach Situation können deshalb zusätzliche Untersuchungen notwendig sein.

Wie kann man Legionellen im eigenen Haushalt vorbeugen?

Die wichtigste Vorbeugung besteht darin, eine starke Vermehrung der Bakterien in Warmwassersystemen zu verhindern. Das Sozialministerium empfiehlt bei sanitären Anlagen eine Temperatur von 60 Grad am Boilerausgang beziehungsweise mindestens 55 Grad im Leitungssystem. Die fachgerechte Einstellung und Wartung sollte durch Eigentümer, Hausverwaltung oder Fachpersonal erfolgen, da bei zu heißem Wasser Verbrühungsgefahr besteht.

Länger nicht benutzte Wasserleitungen sollten vor der erneuten Verwendung gründlich gespült werden. Dabei sollte man den entstehenden Sprühnebel möglichst nicht direkt einatmen. Duschköpfe, Armaturen und Luftsprudler sollten regelmäßig gereinigt und entkalkt werden.

Bei einem konkreten Legionellenbefund in einem Gebäude sollten keine eigenmächtigen thermischen oder chemischen Desinfektionsversuche unternommen werden. In diesem Fall sind die Anweisungen der Gesundheitsbehörden, Hausverwaltung oder eines spezialisierten Fachbetriebs entscheidend.

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