Dabei neigten die Menschen inmitten von Porträts ihrer getöteten Familienangehörigen und Freunde ihre Köpfe. Auch in Wien wird am Mittwoch an die Attacke vor drei Jahren erinnert.
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Israel setzte unterdessen am Jahrestag des Hamas-Überfalls seine Angriffe im Gazastreifen fort. Am Ort des Nova-Festivals hörten AFP-Journalisten laute Knallgeräusche, die aus dem Palästinensergebiet herüberdrangen. Das Al-Shifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza teilte mit, dass bei nächtlichen israelischen Luftangriffen zwei Menschen getötet worden seien.
Österreich steht laut Kanzler Stocker gegen Antisemitismus
Wie ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker auf X postete, steht Österreich "entschlossen gegen Antisemitismus und jede Form von Judenhass". "Der Schutz jüdischen Lebens sei Teil unserer besonderen historischen Verantwortung. Gerade jetzt, da wir einen massiven Anstieg antisemitischer Vorfälle verzeichnen, werden wir immer und überall gegen Antisemitismus und Antizionismus aufstehen", schrieb der Kanzler.
Israel habe das Recht zur Selbstverteidigung und die Pflicht, seine Bevölkerung zu schützen. Daran dürfe es keinen Zweifel geben. "Wir werden in unserem Engagement nicht nachlassen: für das Durchbrechen der Gewaltspirale, für Frieden und Sicherheit in der Region und für die uneingeschränkte Verbindlichkeit des Völkerrechts. Hass und Terror dürfen niemals siegen. Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um künftige Generationen von Israelis und Palästinensern vor Trauma und Leid zu bewahren", so Stocker auf der Plattform X weiter.
Gedenken der jüdischen österreichischen Hochschüler in Wien
In Wien werden jüdische Studierende und Mitglieder der jüdischen Gemeinde bei einem Gedenken um 16.30 Uhr am Judenplatz die Namen der Opfer des Hamas-Massakers verlesen. Alle solidarischen Menschen seien dazu eingeladen, am gemeinsamen Erinnern teilzunehmen, teilten die beiden Organisatorinnen und Co-Präsidentinnen der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH), Lia Guttmann und Milli Li Rabinovici, in einer Aussendung mit.
"Die schrecklichen Folgen des 7. Oktobers haben die Verbrechen dieses Tages gewissermaßen aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt. Das ist falsch, denn die Trauer und das Trauma, die dieser Tag für Jüdinnen und Juden bedeutet, sind noch immer allgegenwärtig. Jeder Name, den wir verlesen, erinnert an einen Menschen, an sein Leben und an den Verlust der betroffenen Familien und Angehörigen", so Guttmann und Rabinovici.
Bereits am Vorabend des dritten Jahrestages wurde auch in Wien an den Terrorangriff erinnert. Israels Botschafter David Roet gedachte gemeinsam mit der jüdischen und israelischen Gemeinschaft im Wiener Stadttempel der Opfer des 7. Oktober, teilte die Botschaft mit.
Schutz jüdischer Einrichtungen im Fokus
Wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte, steht nicht erst seit der Attacke vor drei Jahren der Schutz jüdischer Objekte und Einrichtungen im Fokus der österreichischen Sicherheitsbehörden. Neben zahlreichen verdeckten Maßnahmen sei auch die Präsenz der Polizei bei jüdischen Einrichtungen erhöht worden. Alle Maßnahmen seien in enger Absprache mit der Israelitischen Religionsgesellschaft bzw. den Israelitischen Kultusgemeinden getroffen worden.
Neben dem dritten Jahrestag bringt der Oktober laut Ministerium auch verschiedene jüdische Feiertage mit sich. Es bestehe zwar eine allgemein erhöhte Bedrohungslage, aber keine konkrete Gefährdung. Neben der Sensibilisierung hinsichtlich einer möglichen Bedrohungslage jüdischer Einrichtungen stünden sowohl die Sicherheitsbehörden als auch der Verfassungsschutz zur Gefahrenabwehr im engen Austausch mit ausländischen Behörden, hieß es aus dem Ministerium.
Bei Massakern am 7. Oktober 2023 starben 1.221 Menschen
Bei den Massakern am 7. Oktober 2023 hatten Kämpfer der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas und ihrer Verbündeten 1.221 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Allein beim Nova-Festival töteten sie mindestens 370 Menschen und nahmen 44 Geiseln.
Israel reagierte mit massiven Angriffen im Gazastreifen, bei denen nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mehr als 74.200 Menschen getötet wurden. Trotz einer im Oktober vergangenen Jahres vereinbarten Waffenruhe greift die israelische Armee weiterhin Ziele im Gazastreifen an.
Israel hat seit Massaker 100.000 Ziele angegriffen
Wie die israelischen Streitkräfte am Mittwoch mitteilten, wurden seit der Attacke vor drei Jahren rund 100.000 Ziele in der Region angegriffen. Davon seien 65.000 im Gazastreifen gewesen, 28.000 im Libanon und in Syrien sowie 4.500 in Iran, berichtete das israelische Radio unter Berufung auf das Militär. 970 israelische Soldaten seien in den vergangenen drei Jahren im Dienst getötet worden.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Montag mitgeteilt, dass von den 6.000 Terroristen bisher 4.000 getötet worden seien. Das Militär sei angewiesen, auch die verbliebenen 2.000 zu verfolgen und zu töten.
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