Während unser Eishockey-Nationalteam der Frauen mit der unprofessionellen WM-Vorbereitung derzeit für Schlagzeilen sorgt, hat man bei den heimischen Footballern unerwartete sportliche Sorgen. Vor wenigen Tagen verpasste man sowohl bei den Herren als auch den Damen die vorzeitige Qualifikation für die Olympia-Premiere 2028 ganz klar. Herren-Teamchef Michael Salamon gab daraufhin seinen Rücktritt bekannt, doch das war erst der Anfang.
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Denn mangelhafte Umstände im Umfeld kann der Verband keineswegs aufweisen. Vor der Endrunde in Düsseldorf konnte man Sportausrüster-Gigant Adidas als Ausrüster für alle Nationalteams gewinnen. "Das ist ein Verdienst, den sich die Spielerinnen und Spieler selbst verdient haben. Sie sind internationale Weltklasse", unterstreicht AFBÖ-Sportdirektor Andreas Pröller die hohen Ansprüche der heimischen Footballer.
Dennoch enttäuschte man bei der WM. Das Ziel im Vorfeld war es jeweils, die Top 3 zu erreichen. Die verletzungsgeplagten Herren verloren in der Gruppenphase gegen Kanada und Japan und verpassten den Aufstieg. Die Damen scheiterten im Viertelfinale an Kanada. Pröller wollte im Gespräch nichts schönreden. "Es war zu wenig. Das Gute ist aber, dass wir bei den Damen in den Top 6 Nationen sind, was für das Olympia-Ticket reichen sollte."
Nur noch drei Plätze frei
Der Weg nach Los Angeles wird für unsere Nationalteams nun besonders schwer. Bei der Europameisterschaft 2027 muss man ins Finale einziehen. Denn pro Kontinent qualifizieren sich die zwei besten Nationen für das entscheidende Quali-Turnier in den USA, etwa einen Monat vor dem Olympia-Auftakt, wo die letzten drei Tickets verteilt werden.
Dennoch kam der Rücktritt von Salamon zu Wochenbeginn überraschend. In weiterer Folge wird allerdings Pröller für den großen Olympia-Traum noch mehr Verantwortung anvertraut. "In den nächsten Wochen wird das Kapitel Football in Österreich völlig neu geschrieben. Wir müssen jetzt volles Risiko nehmen und das werden wir auch tun", kündigt der 46-jährige Tiroler an. Die Lehren der bitteren WM-Teilnahme hat man schnell gezogen. Vor allem Kanada, die USA, Italien und Amerikanisch-Samoa (die den USA die erste WM-Niederlage seit 14 Jahren zugefügt hatte) haben gezeigt, dass der Weg zum Erfolg mit starken Tackle-Footballern und ehemaligen NFL-Spielern funktionieren kann.
Auch Pröller will diesen Weg nun verfolgen: "So weitermachen, wie bisher, macht keinen Sinn. Wir haben fantastische Flag-Spieler und wir haben unglaubliche Tackle-Footballer, für die entscheidende Qualifikations-Phase werden wir von beiden Seiten nur die Besten ins Team holen." Ein Aufruf an alle Tackle-Spieler, die sich bisher nur wenig um den Olympia-Traum bemüht haben. Es gab bereits mehrere Gespräche, doch in den nächsten Wochen soll die nächste Football-Bombe platzen, mit der der AFBÖ die Rahmenbedingungen schaffen will, dass jeder Spieler des Landes für einen Kaderplatz bei der EM alles geben wird.
Beste Spieler des Landes sollen kommen
Auch an Kritik nach den verpassten Zielen spart der Sportdirektor nicht. "Im Vorfeld haben wir gedacht, dass wir uns um etwa 30 Prozent verbessern müssen. Im Nachhinein wissen wir, dass etwa 70 Prozent nötig gewesen wären, um das Ticket nach Los Angeles zu lösen." Jetzt sollen die besten Athleten des Landes ein Team formen, das nach dem lauten Warnschuss unterstreichen kann, dass Österreich erstmals seit den Handball-Damen in Barcelona 1992 mit einer Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen vertreten sein kann.
Wer bei diesem Projekt an der Seitenlinie coachen wird, ist noch nicht beschlossen. Man hat einige Namen im Kopf, allerdings kann es hier zu einer großen Überraschung kommen. Mit US-Ikone Christopher Lankford arbeitet der AFBÖ bereits seit mehreren Jahren intensiv zusammen. Auch bei der Suche nach dem neuen Teamchef könnte er eine wesentliche Rolle spielen. Denn wie man hört, ist es auch nicht ausgeschlossen, dass ein internationaler Spitzentrainer das Erbe von Salamon antreten will, um den Olympia-Traum wahr werden zu lassen.
Alles offen bei den Frauen
Während der Fahrplan bei den Herren bereits steht, wartet man bei den Frauen noch auf das Abschlussgespräch mit Head Coach Robert Riedl. Erst danach werden die weiteren Pläne festgelegt. Jedenfalls müssen sowohl bei Männern, als auch Frauen die "richtigen Weichen gestellt" werden, hält der Sportdirektor fest.
Im heimischen Football-Verband wurde in den vergangenen Monaten schon einiges in Bewegung gesetzt. Jetzt setzen die Verantwortlichen alles auf eine Karte, um Geschichte schreiben zu können und nach dem WM-Schock aus Los Angeles 2028 doch mit einer Medaille heimfliegen zu können.
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