Sogar Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez sprach nach den landesweiten schweren Ausschreitungen vom Wochenende von einem "Kontrollverlust". Die Bilanz: 1.000 Verletzte, 2.000 zerstörte oder geplünderte Läden. In Teilen mehrerer Städte wurden nun Ausgangssperren verhängt. Für Samstag sind weitere Massenproteste angekündigt.
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Die Politologin Hélène Miard-Delacroix von der Sorbonne-Universität war dazu am Montagabend in der "ZiB2".
Wer hinter den Protesten steckt
Laut ihr könne man bei den Protesten zwischen drei Gruppen unterscheiden: Zum einen seien da "normale" Menschen, die gegen hohe Lebenserhaltungskosten und morsche Infrastruktur in Schulen demonstrieren wollten. Zum anderen gebe es jene mit politischer Agenda. Das seien vor allem "Ultra-Linke", so die Politologin. In die dritte Gruppe würden Personen fallen, die "einfach zerstören wollen" bzw. bei entsprechender Gelegenheit auch Läden plündern.
Le Pen will "Profit daraus schlagen"
Laut Miard-Delacroix wolle die Partei von Marine Le Pen (Rassemblement National) aus den Protesten "Profit schlagen". Daher würde die Partei auch erzählen, dass bei den Krawallen viele "migrantische Profiteure des Sozialstaates" seien, "die nichts Besseres zu tun hätten". In Wahrheit, so die Politologin, sei es aber komplizierter, da etwa auch die "extreme Linke" mitmische.
Macron in Golf-Region
Dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron derzeit - trotz der Krawalle - in der Golf-Region weilt, "wird insgesamt negativ wahrgenommen", so Miard-Delacroix. Der Grund für die Reise ist, dass Macron sich vor Ort für niedrigere Benzinpreise einsetzen will. Immerhin waren nicht zuletzt auch die Spritkosten ein Auslöser für die Proteste.
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