Wutausbruch
Donald Trump attackiert Fox News wegen TV-Auftritten von Demokraten
Der Konflikt entzündete sich unmittelbar vor Trumps Abreise nach Wichita. Dort will der Politiker den unter Druck geratenen republikanischen Senator Roger Marshall im Endspurt vor den Zwischenwahlen am 3. November unterstützen.
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Über seine Online-Plattform Truth Social kritisierte Trump die redaktionelle Linie des TV-Senders in deutlichen Worten: "Fox verbringt mehr Zeit damit, Dumocrats zu verteidigen und ihre Ansichten gegenüber ihren republikanischen Kontrahenten auszustrahlen, als zu irgendeinem Zeitpunkt in der Geschichte von Fox News. Es ist lächerlich! Fox News bemüht sich viel zu sehr darum, politisch korrekt zu sein! Schaut euch meine große Kansas-Kundgebung heute auf RSBN [Right Side Broadcast Network] an. Großartige Vorberichterstattung!"
Die Attacke reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, die Trump innerhalb von weniger als drei Wochen gegen Fox News gerichtet hat:
- Am 30. September forderte Trump Aufklärung darüber, warum Fox Vertreter wie Chuck Schumer, Hakeem Jeffries, Jessica Tarlov und weitere Demokraten zu Wort kommen lasse, die sich negativ über die Republikanische Partei und ihn selbst äußerten.
- Wenige Tage später monierte er, dass die Sendung "Fox & Friends" seine voll besetzte Veranstaltung in Vandalia im Bundesstaat Ohio ignoriert habe, und warf der Redaktion vor, Kommunisten, Sozialisten und Demokraten ohne Gegenrede sprechen zu lassen.
- Am 6. Oktober attackierte er den parteilosen Senatskandidaten Dan Osborn aus Nebraska als unehrlich und kritisierte Moderatorin Martha MacCallum für ihren angeblich zu weichen Interviewstil gegenüber dem Demokraten Abdul El-Sayed aus Michigan mit dem Zusatz: "Sie interviewt mich niemals so."
- In einem weiteren Beitrag legte Trump nach: "Fox fördert die Dumocrats, nicht die Republikaner und MAGA. Sie haben völlig den Weg verloren!"
Auf eine Anfrage der britischen Zeitung "Daily Mail" bezüglich der Vorwürfe reagierte Fox News zunächst nicht mit einer Stellungnahme.
Dramatischer Absturz in Umfragen setzt Republikaner unter Druck
Hintergrund der heftigen Auseinandersetzung sind alarmierende Umfragewerte für das Regierungslager. Eine Erhebung von Fox News sah Trumps Zustimmungswerte in der vergangenen Woche bei einem Tiefstand von 36 Prozent, während 64 Prozent der Befragten seine Amtsführung ablehnten. Die Demokraten führten darin zudem mit neun Prozentpunkten Vorsprung vor den Republikanern. Eine am Sonntag veröffentlichte Erhebung von "Washington Post", "ABC News" und "Ipsos" wies mit 33 Prozent Zustimmung und 66 Prozent Ablehnung (davon 52 Prozent entschiedene Ablehnung) noch schwächere Zahlen aus.
In der Kongresswahl droht den Republikanern der Verlust des Repräsentantenhauses. Auch die Mehrheit im Senat wackelt massiv: Das jüngste Modell des Wahlforschers Nate Silver räumt den Demokraten eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent ein, die Kongresskammer zu übernehmen. Dafür benötigt die Opposition einen Nettozugewinn von vier Sitzen.
Zu den besonders gefährdeten Mandaten zählt der Sitz von Roger Marshall in Kansas, der sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem demokratischen Pastor Adam Hamilton aus Overland Park liefert. Kansas hat seit dem Jahr 1932 keinen Demokraten mehr in den Senat entsandt, dennoch stufte der renommierte "Cook Political Report" das Duell Anfang des Monats als völlig offen („Toss-up“) ein. Marshall, der als Frauenarzt vor seiner Kongresszeit zwei Jahrzehnte lang praktizierte, geriet unter Beschuss, nachdem die "New York Times" enthüllt hatte, dass er über 700 seiner früheren Patientinnen wegen unbezahlter Arztrechnungen verklagt hatte. Während Marshall den Bericht als gezieltes Manöver der Demokraten abtat und betonte, nur ein winziger Bruchteil der Außenstände sei an Inkassobüros gegangen, verteidigte Trump den Senator auf Truth Social: Marshall sei eine wunderbare Persönlichkeit, die gesetzlich verpflichtet gewesen sei, offene Forderungen einzutreiben.
Offene Schlammschlacht: Millionenaufwand und Schuldzuweisungen
Angesichts drohender Niederlagen brechen innerhalb der Republikanischen Partei offene Feindseligkeiten aus:
- Das führende Senats-Aktionskomitee (Super-PAC) und Trumps Organisation "MAGA Inc." mussten fast 200 Millionen Dollar aufwenden, um Ken Paxton in Texas in einem unerwartet knappen Duell gegen den Demokraten James Talarico zu stützen.
- Trump wies im Fall einer Niederlage die Verantwortung bereits Politikberatern zu: "Wenn Ken Paxton verliert, liegt das an schwachen und ineffektiven politischen Handlangern wie John Cornyn und Karl Rove."
- Aus den Reihen der Kongressabgeordneten regt sich massiver Unmut darüber, dass Gelder, die für den Erhalt des Repräsentantenhauses vorgesehen waren, in teure Abwehrkämpfe für den Senat fließen.
- Der scheidende Abgeordnete Don Bacon aus Nebraska sieht in Trumps niedrigen Umfragewerten eine schwere Belastung für die Kandidaten, während Parteikollegen hinter vorgehaltener Hand auch die verhängten Zölle und den Iran-Krieg für den Frust der Wähler über steigende Lebenshaltungskosten verantwortlich machen.
- Die Abgeordnete Anna Paulina Luna aus Florida kritisierte das Parteikomitee NRCC öffentlich und warf der Führung vor, sich lieber auf Spender-Diners zu konzentrieren, statt Wahlen zu gewinnen.
- Senator John Kennedy aus Louisiana verspottete Wahlkampfberater des NRSC, die seiner Ansicht nach vor allem am Kauf von Luxusautos interessiert seien, und kündigte an, fünf bis acht Millionen Dollar aus seiner eigenen Wahlkampfkasse für den Senatserhalt bereitzustellen.
Während der Vorsitzende des Senatskomitees NRSC, Tim Scott, Zuversicht verbreitet und öffentlich von einer Verteidigung oder gar dem Ausbau der Mehrheit spricht, drängen enge Verbündete von Trump die Kandidaten, über das bloße Angreifen der Demokraten hinauszugehen und konkrete wirtschaftliche Rezepte gegen die Teuerung zu präsentieren.
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