Ministerin

Bauer schickt Lehrer zurück auf die Schulbank

Eine Frau steht vor unscharfen Flaggen, trägt Ohrringe und einen hellen Blazer.
© APA/ROLAND SCHLAGER
Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) will Lehrerinnen und Lehrern bei Integrationsproblemen in Schulen den Rücken stärken.
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Dafür soll der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) unter der Federführung von Expertin Emina Saric gemeinsam mit Lehrkräften aus der Praxis eigene Workshops und Seminare erarbeiten, wie Bauer am Donnerstag nach einem Runden Tisch mit Pädagogen und Direktoren im Bundeskanzleramt sagte.

"Es soll darum gehen, wie problematische Entwicklungen erkannt werden können. Es soll darum gehen, wie sie auch angesprochen werden können, wo Lehrkräfte Unterstützung bekommen, was ihre Rolle ist und umgekehrt auch nicht ihre Rolle ist", erläuterte Bauer. Das sei der Beitrag, den ihr Ressort leisten könne, um Lehrkräfte, um Schulleitungen bei diesem Problemfeld zu unterstützen. Die Workshops sollen dann sowohl online als auch in Präsenz zur Verfügung gestellt werden, und zwar in ganz Österreich, weil mittlerweile seien die Probleme nicht mehr nur auf einzelne Landeshauptstädte begrenzt, so Bauer.

Lehrerinnen und Lehrer könnten sich in vielen Schulen nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren, sondern müssten fehlende Sprachkenntnisse ausgleichen oder kulturelle bzw. religiöse Konflikte lösen, argumentierte Bauer: "Wir dürfen aber Lehrkräfte mit dieser Verantwortung nicht alleine lassen." Lehrer benötigten "klare Handlungsmöglichkeiten und auch unsere Rückendeckung, wenn es um ehrkulturellen Druck geht, wenn es um problematische Geschlechterbilder geht, wenn es um religiös begründete Konflikte geht", so Bauer. Sie sollten sich auf das Unterrichten konzentrieren können und keinesfalls zu Polizisten im Klassenzimmer werden.

Bauer kritisiert Protest gegen Kopftuchverbot von SPÖ-Vorfeldorganisationen

"Irritiert" zeigte sich Bauer darüber, dass die SPÖ-Vorfeldorganisationen Sozialistische Jugend und die Roten Falken mit kommunistischen Jugendorganisationen und der Initiative "Schule brennt" zu einem "Schulstreik" gegen das nun geltende Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 aufgerufen haben. "Anstatt sich dafür einzusetzen, dass Mädchen nicht unterdrückt werden, wird bei dieser Demonstration dazu aufgerufen, dass sich Kinder verschleiern", kritisierte Bauer. Dies sei mit ihrem Verständnis von Gleichberechtigung und "sichtbarem Aufwachsen" nicht zusammen, betonte die Integrationsministerin.

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