Eigentor
Verdächtiger zeigt Beamten unabsichtlich Kokain-Foto
Ein außergewöhnlicher Fahndungserfolg beschäftigt derzeit die Justizbehörden in Südtirol. Ein Mann hat sich bei einer Polizeikontrolle in Bruneck sprichwörtlich selbst ins Kriminal-Aus befördert. Durch ein unachtsames Missgeschick präsentierte er den verdutzten Beamten ein Foto von verpacktem Rauschgift auf seinem eigenen Handy-Bildschirm, was eine Kette von Ermittlungen und eine prompte Verhaftung nach sich zog.
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Der Vorfall ereignete sich bereits in der vergangenen Woche im Südtiroler Bruneck. Die örtlichen Carabinieri waren ursprünglich alarmiert worden, weil der Mann wegen angeblicher Unruhestiftung aufgefallen war. Vor Ort wollten die Beamten die Situation klären und den Sachverhalt aufnehmen.
Um seine Situation zu erklären, zeigte sich der Mann gegenüber den Einsatzkräften äußerst kooperativ – jedoch mit fatalen Folgen. Er zückte freiwillig sein Smartphone, um den Carabinieri einen privaten Chatverlauf mit einer Frau zu zeigen, die ihn dringend um Geld gebeten hatte. Während die Polizisten den Chat sichten wollten, unterlief dem Verdächtigen ein unfassbarer Fehler.
Das verräterische Foto auf dem Smartphone-Display
Beim Scrollen durch die Nachrichten und Medien des Chats tauchte plötzlich ein Bild auf, das sofort die professionelle Aufmerksamkeit der Carabinieri erregte. Auf dem Display war ein kleines, typisches Cellophan-Päckchen zu sehen, das mit einem feinen, weißen Pulver gefüllt war. Die optische Aufmachung ließ sofort den dringenden Verdacht auf Kokain zu.
Die Beamten reagierten blitzschnell und leiteten sofort eine umfassende Personenkontrolle ein. Dabei stießen die Ermittler auf verdächtige Funde:
- Bargeld sichergestellt: Bei der Durchsuchung trug der Mann eine Summe von insgesamt 750 Euro in bar bei sich.
- Keine Erklärung zur Herkunft: Woher das Bargeld stammte, konnte oder wollte der Verdächtige vor Ort nicht erklären.
- Dringender Verdacht: Aufgrund des Fotos und des Bargelds lag der Verdacht auf illegalen Suchtgift-Handel auf der Hand.
Hausdurchsuchung bringt weiteres Rauschgift ans Tageslicht
Das unfreiwillige Herzeigen des Kokain-Fotos lieferte den Ermittlern die perfekte rechtliche Grundlage für weitere Schritte. Die Staatsanwaltschaft ordnete umgehend eine Hausdurchsuchung in den Wohnräumlichkeiten des Verdächtigen an. Auch hier wurden die Beamten rasch fündig.
In der Wohnung stießen die Carabinieri auf weitere 45 Gramm reines Rauschgift, das sofort beschlagnahmt wurde. Für den Mann klickten daraufhin die Handschellen. Wie das Südtiroler Nachrichtenportal "stol.it" unter Berufung auf die Exekutive berichtet, wurde der Beschuldigte verhaftet und nach den ersten Einvernahmen in den Hausarrest überstellt.
Der Verdächtige ist für die Behörden kein unbeschriebenes Blatt. Er war bereits in der Vergangenheit mehrfach wegen schwerer Drogendelikte mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Das unabsichtliche Handy-Foto hat ihm nun ein weiteres, folgenschweres Gerichtsverfahren eingebracht, dem er im Hausarrest entgegensehen muss.
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