Opfer Daniela K.

Telefonzellen-Mord: Cold Case nach 21 Jahren vor Gericht

© APA/privat
Eine Zigarette mit DNA-Spuren soll den angeklagten Studienkollegen des Opfers Daniela K. (damals 19) überführen.
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Der ungeklärte Mordfall aus Innsbruck sorgt nach mehr als zwei Jahrzehnten für großes Aufsehen. Der heute 42-jährige Thomas B. - zur Tatzeit war er 21 Jahre alt- muss sich heute, Montag, in der Tiroler Landeshauptstadt wegen Mordes an der damals 19-jährigen Studentin Daniela Kammerer vor Gericht verantworten.

Die Bluttat soll sich in den frühen Morgenstunden des 23. Juni 2005 in einer Telefonzelle beim Rapoldipark ereignet haben. Das Opfer, Daniela K. war gerade am Heimweg von einer Party und wurde bei einer Telefonzelle brutal attackiert. Die 19-Jährige starb durch zwei Messerstiche in Brust und Rücken. Der Angeklagte war ein ehemaliger Studienkollege der jungen Frau.

DNA-Spur führt zur Anklage

Der Fall zählt zu Österreichs spektakulärsten Cold Cases. Über 20 Jahre lang konnten keine eindeutigen Beweise geliefert werden, bis im Mai 2026. Da brachte eine neue Untersuchungsmethode endlich die entscheidende Bewegung in die Ermittlungen: Auf dem Filter einer am Tatort zurückgelassenen Zigarette wurde DNA des Beschuldigten nachgewiesen. Thomas B. lebt allerdings mittlerweile in Australien. Er beteuert seine Unschuld und reiste freiwillig zum Prozess an.

Ende Dezember 2013 wurde Thomas B. von Ermittlern bereits festgenommen und etwa für sieben Wochen wegen Mordverdachts in U-Haft gesteckt. Nachdem sich eine DNA Spur an der Kleidung des Opfers, genauer gesagt  auf der Innenseite des Rocks, nicht als so aussagekräftig dargestellt hat, wie zunächst angenommen, wurde der Angeklagte enthaftet und das Ermittlungsverfahren im Februar 2014 eingestellt.

Verteidigung zweifelt an Beweisen

Die Verteidigung hält gegen den neuen Beweis und verweist auf Privatgutachten, die Zweifel an der Aussagekraft der DNA-Spuren aufwerfen. Auch die damaligen Ermittlungen werden scharf kritisiert.

Zum Prozessauftakt ist ein umfangreicher Gutachter-Marathon mit mehreren Sachverständigen geplant. Nach 21 Jahren könnte der rätselhafte Fall eine entscheidende Wendung nehmen. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

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