TV-Film

Stipsits über René Benko: "Mitleid habe ich überhaupt nicht"

Kabarettist Thomas Stipsits spielt den Immobilienpleitier René Benko - und präsentiert überraschend neue Seiten.
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Thomas Stipsits wagt sich mit Benko-Film in ein neues Fach
Thomas Stipsits © ORF

Am Montagabend sind alle Augen auf Thomas Stipsits gerichtet. Im TV-Film "Benko - Size Does Matter" (2. November ab 20.15 Uhr auf ORF 1)  über den gescheiterten Immo-Mogul will er sich als Charakterdarsteller beweisen. Vorab gab er der APA ein Interview über Bnekos Charme und seine Verwandlung zum Protz-Milliardär.

Thomas Stipsits sieht Benko in dem Film absichtlich nicht ähnlich. Auch gerade deswegen war er vom ANgebot für die Rolle überrascht. "Ich dachte am Anfang, ehrlich gesagt, es muss jemand ausgefallen sein. Warum kommt man ausgerechnet auf mich?"   Regisseur Raymond Ley sehr habe ihm dann erklärt, er fände es nicht spannend, wenn man "einen Bösewicht" auch so besetzt.

Benko – Size Does Matter mit Thomas Stipsits als Benko.
Benko – Size Does Matter mit Thomas Stipsits als Benko. © SRG SSR/UFA Fiction GmbH
René Benko vor den Innsbrucker Landesgericht.
René Benko vor den Innsbrucker Landesgericht. © APA/EXPA/ JOHANN GRODER

"Habe begonnen, zu Hause mit Benko-Stimme zu reden"

Bei seiner Darstellung hatte Stipstis dann auch völlig freie Hand. "Ich habe nur versucht, mich sprachlich anzugleichen und habe extrem viel Interviewmaterial von Benko angesehen. Ich habe dann schon zu Hause begonnen, mit der Benko-Stimme zu reden und bin den Leuten auf die Nerven gegangen. Die haben schon geglaubt, sie müssen etwas investieren", erklärt Stipsits seine Verwandlung zu René Benko gewohnt humorvoll.

Stipsits kannte Benko nicht persönlich und kam ihn durch die Rolle etwas näher. "Aber klar ist: Er hatte einen unfassbar großen Charme, und die Leute haben sich bei ihm sicher gefühlt. Ich glaube, dass er Leute gut lesen konnte." Damit will Stipsits den Milliarden-Jongleur, der mittlerweile mehrfach verurteilt wurde und im Hausarrest mit Fußfessel in Innsbruck seine Strafe absitzt, nicht "reinwaschen". Eines stellt er klar:  Mitleid habe ich überhaupt nicht. Da sind zu viele Existenzen zerstört worden mit diesem Größenwahn."

Stipsits in der TV-Komödie: Eierkratz-Komplott.
Stipsits in der TV-Komödie: Eierkratz-Komplott. © ORF

Viele Rollenangebote wegen Benko-Film

Mit seinem Wagnis, die Rolle des berühmtesten Pleitiers Österreichs zu übernehmen, wechselt Stipsits vom ewigen Spaßvogel vielleicht künftig ins ernste Charakterfach. "Es ist schon spannend, denn gerade in Österreich ist man relativ schnell in einer Schublade und kommt aus der selten raus.". Benko zu spielen, war für ihn schon eine "der größten schauspielerischen Herausforderungen".

Das Risiko könnte sich am Ende für Stipsits lohnen. "Es kommen jetzt schon Angebote aus Deutschland mit teilweise sehr interessanten Rollen, die ich wahrscheinlich in Österreich so nicht angeboten bekommen hätte."

Und einen Traum könnte sich Stipsits dadurch vielleicht auch bald verwirklichen: Er will sein großes Idol, Austropop-Legende Georg Danzer spielen. "Der Georg hat schon immer einen großen Platz in meinem Leben. Und ich weiß, dass der Georg eine sehr, sehr interessante Persönlichkeit war, über die es viel zu erzählen gäbe. Den würde ich gern spielen."

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