U-Ausschuss
Sobotka ließ sich von Musiker-Kollegen krankschreiben
Der Unmut über das Fernbleiben des früheren Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka im Parlament ist enorm. Der nunmehrige Präsident der Politischen Akademie der ÖVP war als Auskunftsperson in den Pilnacek-U-Ausschuss geladen gewesen, Sobotka gilt als Schlüsselfigur in der Causa. Er hatte am Donnerstagfrüh überraschend aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Sobotka ist schon der dritte, der dem U-Ausschuss einen Korb gibt, zuvor hatten Ex-Kanzler Karl Nehammer und Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler abgesagt, allerdings aus Termingründen.
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Betreffende Arztpraxis hatte zwei Tage zu
Doch Sobotkas Fernbleiben hat durchaus einige delikate Aspekte: Der Parlamentsdirektion flatterte am Donnerstagvormittag nämlich eine Dienstunfähigkeitsbescheinigung des 70-Jährigen ins Haus. Der behandelnde Arzt - der Name ist oe24 bekannt und wurde von zwei Quellen bestätigt - hat seine Ordination in der Nähe von Sobotkas Heimatort Waidhofen/Ybbs, allerdings hatte der Mediziner seine Praxis weder am Mittwoch noch am Donnerstag geöffnet.
Sobotka könnte allerdings als Privatpatient dagewesen sein, was auch Sinn machen würde. Denn der Mediziner ist bestens mit dem Ex-Nationalratspräsidenten bekannt: Er ist Mitglied jenes Kammerorchesters, das Sobotka oft und gerne dirigiert, das letzte Mal übrigens am 10. Oktober.
FPÖ fordert ärztliches Attest - und droht mit Beugestrafe
Sobotkas Absage sorgt im Parlament jedenfalls für heftige Reaktionen: Die FPÖ war die erste gewesen, die einen ärztlichen Nachweis verlangte, FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker stellte sogar Beugestrafen für Sobotka, Nehammer und Edtstadler in den Raum.
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