Ernährungs-Trick

SO wird Spinat zum Nährstoff-Booster

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Ob als Rahmspinat, mit Feta auf der Pizza oder im Auflauf: Spinat landet erstaunlich oft gemeinsam mit Milchprodukten auf dem Teller. Das ist kein Zufall! Hinter der beliebten Kombination steckt ein ernährungsphysiologischer Grund.
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Spinat gilt als gesundes Blattgemüse und liefert zahlreiche wertvolle Nährstoffe. Allerdings enthält er auch Oxalsäure. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Pflanzenstoff, der unter anderem in Spinat, Rhabarber, Mangold, Roter Bete und Kakao vorkommt.

Die Substanz kann im Verdauungstrakt Verbindungen mit Mineralstoffen wie Calcium, Eisen und Magnesium eingehen. Dadurch können diese schlechter vom Körper aufgenommen werden. Wer nach dem Spinatessen schon einmal ein pelziges Gefühl im Mund oder stumpfe Zähne bemerkt hat, kennt möglicherweise eine weitere Wirkung: Oxalsäure kann mit Calcium schwerlösliche Kristalle bilden, die für dieses Gefühl verantwortlich sind.

Warum Käse und Milch helfen können

Genau hier kommt Calcium ins Spiel. Wird Spinat gemeinsam mit calciumreichen Lebensmitteln gegessen, kann das Calcium bereits im Darm Oxalat binden. Dabei entstehen schwerlösliche Calciumoxalat-Verbindungen.

Diese werden nicht oder nur in geringem Umfang über die Darmwand aufgenommen, sondern mit dem Stuhl ausgeschieden. Dadurch gelangt weniger Oxalat ins Blut und anschließend in den Urin.

Das ist besonders für Menschen interessant, die zu Calciumoxalat-Nierensteinen neigen. Denn diese entstehen, wenn sich Calcium und Oxalat im Urin zu Kristallen verbinden und sich dort ablagern. Eine ausreichende Calciumzufuhr über die Nahrung kann helfen, die Aufnahme von Oxalat aus dem Darm zu reduzieren.

Muss Spinat immer mit Milchprodukten gegessen werden?

Die Kombination aus Spinat und Käse ist mehr als eine kulinarische Tradition. © Getty Images

Nein! Für gesunde Erwachsene ist die Kombination kein Muss. Wer gelegentlich Spinat pur als Salat oder Beilage isst, muss sich normalerweise keine Sorgen machen. Bei üblichen Verzehrmengen sind gesundheitliche Nachteile für gesunde Menschen nicht zu erwarten.

Anders kann es bei Personen aussehen, die bereits Calciumoxalat-Nierensteine hatten oder ein erhöhtes Risiko dafür aufweisen. Für sie kann es sinnvoll sein, oxalatreiche Lebensmittel bewusster zu konsumieren und gleichzeitig auf eine ausreichende Calciumversorgung zu achten. Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt Menschen mit Neigung zu Calciumsteinen, den Verzehr von Spinat, Mangold und Roter Bete einzuschränken.

Wichtig: Das bedeutet nicht, dass Calcium grundsätzlich gemieden werden sollte. Eine zu geringe Calciumzufuhr kann die Aufnahme von Oxalat sogar erhöhen.

Kochen reduziert den Oxalsäure-Gehalt

Neben der Kombination mit Calcium gibt es noch einen Trick: Spinat vor dem Verzehr blanchieren oder in Wasser kochen.

Ein Teil der wasserlöslichen Oxalsäure geht dabei in das Kochwasser über. Deshalb sollte dieses anschließend weggeschüttet und nicht für andere Speisen weiterverwendet werden. Untersuchungen zeigen, dass Kochen den Anteil löslicher Oxalate deutlich reduzieren kann. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt unter anderem von der Zubereitung ab.

Es muss nicht immer Kuhmilch sein

Wer seinen Spinat mit einer Calciumquelle kombinieren möchte, muss nicht zwingend zu Sahne oder Käse greifen. Auch andere Lebensmittel können dafür infrage kommen.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Joghurt und Käse: Milchprodukte liefern gut verfügbares Calcium.
  • Calciumangereicherte Pflanzendrinks: Soja- und Haferdrinks können eine Alternative sein. Entscheidend ist der Blick auf die Nährwerttabelle.
  • Calciumreiches Mineralwasser: Manche Sorten enthalten größere Mengen des Mineralstoffs.
  • Calciumreiches Gemüse: Grünkohl und Brokkoli liefern ebenfalls Calcium.

Fazit: Die Kombination aus Spinat und Käse ist mehr als eine kulinarische Tradition. Calcium kann die Aufnahme von Oxalat im Darm verringern und ist besonders für Menschen mit Neigung zu Nierensteinen interessant. Für gesunde Menschen gilt aber: Spinat darf durchaus auch einmal ganz ohne Milchprodukte auf dem Teller landen.

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