Ersatz bekannt

Salzburger Festspielen ziehen um

Baustelle mit Absperrungen vor dem Großen Festspielhaus in Salzburg, Beschilderung "Kultur braucht Raum!".
© APA/BARBARA GINDL
Die Salzburger Festspiele übersiedeln mit ihren Konzerten während des Umbaus des Großen Festspielhauses in den Sommern 2029 und 2030 in das Messezentrum und die Salzburg Arena.
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Das hat das Kuratorium am Freitag in seiner Sitzung entschieden. Auch der "Jedermann" soll bei Schlechtwetter in eine Messehalle ausweichen, ganz vom Tisch ist eine mobile Überdachung der Zuseher-Tribüne am Domplatz aber noch nicht.

Offen ist weiter die Finanzierung des zweiten Teils des "Festspielbezirks 2030". Die Opern-Aufführungen sollen hingegen weiter in der Altstadt bleiben und ins Haus für Mozart und in die Felsenreitschule wandern. Wie die Festspiele mitteilten, werde dazu bis zur Mozartwoche im Jänner aktuell ein erstes Maßnahmenpaket mit Sanierungsarbeiten vorgezogen. Die beiden Häuser könnten dann auch während der Sperre des Großen Festspielhauses zwischen Herbst 2028 und Frühjahr 2031 für die Stammmieter und die Festspiele betrieben werden.

Mit der Salzburg Arena und der Messe für die Konzerte und den Jedermann setzte sich die aus budgetären Gründen von der Politik favorisierte Variante durch - auch weil das Messezentrum zu je einem Anteil von 39,9 Prozent im Eigentum von Stadt und Land Salzburg steht. Der Rest gehört der Wirtschaftskammer. Dennoch hatte es Verfechter für einen Standort in der Nähe der Altstadt gegeben. Alternativ wären eine Ersatzhalle aus Stahl am Areal der Stiegl-Brauerei oder beim Kloster St. Josef angedacht gewesen.

Designierter Intendant: Messegelände als Chance für "besondere Projekte"

"Für mich stand stets das künstlerische Konzept im Vordergrund: Nicht das Programm soll sich den Räumlichkeiten anpassen, sondern die Spielstätten unseren künstlerischen Ambitionen gerecht werden", betonte der neue Festspiel-Intendant Peter de Caluwe nach der Sitzung in einer Aussendung. Er tritt seine Tätigkeit offiziell zwar erst nach dem Festspielsommer 2027 an, wird aber das künstlerische Programm während des Umbaus verantworten müssen. "Dass die Oper ihren Schwerpunkt in der Salzburger Altstadt behält, ist mir besonders wichtig, um die Verbindung zur DNA der Festspiele und zu unserem bestehenden Publikum zu bewahren." Gleichzeitig biete das Messegelände nicht nur die dringend benötigten Kapazitäten für Konzerte, sondern auch die Chance, mit besonderen Projekten neue Generationen und ein breiteres Publikum zu erreichen.

Für die Interimsräumlichkeiten und -spielstätten während des Umbaus sind insgesamt 38 Mio. Euro veranschlagt, das Gros kommt mit 35 Mio. Euro von der Öffentlichen Hand. Bereits mit Herbst 2027 werden auch die Werkstätten der Festspiele interimistisch bis voraussichtlich Ende 2033 in die Münchner Bundesstraße übersiedeln und unter anderem Tischlerei, Schlosserei, Tapeziererei, Malersaal, Montagehalle sowie die Büros der Technischen Direktion und der Abteilung Personal und Recht beherbergen. Die Schneiderei und Kostümwerkstätten übersiedeln ebenfalls bis 2033 in die Peilsteinerstraße. Beide Standorte bieten Platz für rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit Oktober wird Gestein aus dem Mönchsberg gefräst

Das Großprojekt "Festspielbezirk 2030" sieht zwei Bauphasen vor. Rund 395 Millionen Euro fließen in einem ersten Schritt in die Sanierung des Großen Festspielhauses und den Bau eines "Hauses im Berg". Dazu soll im Mönchsberg eine Kaverne für eine Montagehalle, Probesäle, Technik- und Einspielräume, Verbindungsgänge und eine Zone zur Anlieferung entstehen. Die teilweise jahrzehntealte Infrastruktur und Bühnentechnik gelten als überaltert, die Arbeitsbedingungen für die 250 ganzjährigen und bis zu 4.000 saisonalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als völlig unzureichend. Anfang Oktober startete der Ausbruch der Kavernen. Die Kosten für die "Phase 1" trägt zu 40 Prozent der Bund, je 30 Prozent übernehmen Stadt und Land Salzburg.

In Bauphase zwei sollten dann das Haus für Mozart und die Felsenreitschule saniert werden. Die projektierten Kosten lagen zuletzt bei 86 Millionen Euro, wobei es im Gegensatz zur ersten Phase noch keine gesicherte Finanzierung gibt. Im Sommer kündigte die Kuratoriums-Vorsitzende und Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) angesichts der knappen Kassen jedoch überraschend einen Kostendeckel von rund 400 Millionen Euro für das Gesamtprojekt an, also für Phase eins und Phase zwei gemeinsam. Eine Entscheidung dazu, wie es nun mit Phase zwei weitergehe, sei aber noch nicht gefallen, hieß es auf APA-Anfrage am Freitag, über das Thema sei aber sehr wohl gesprochen worden.

Vertreter von Stadt und Land im Kuratorium zeigen sich zufrieden

"Für mich war es essenziell, den designierten Intendanten Peter de Caluwe maßgeblich in die Entscheidung einzubinden. Nun hat er ausreichend Zeit, um seine künstlerischen Visionen in programmatische Überlegungen umzuwandeln", betonte Landeshauptfrau Edtstadler nach der Sitzung. Und auch Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) war zufrieden: "Für mich hat sich die beste Variante durchgesetzt. Die Hallen müssen natürlich für den Festspielbetrieb adaptiert werden. Die Akustik in der Salzburg Arena sollte am Ende eine ähnliche Qualität wie der Konzertsaal im Festspielhaus haben."

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