Blamage für Putin
Russen jagten Öl-Depot selbst in die Luft
Der spektakuläre Brand in der Moskauer Kapotnja-Ölraffinerie könnte durch Russlands eigene Luftabwehr ausgelöst worden sein. Neue Videoaufnahmen, die in sozialen Netzwerken und auf Telegram verbreitet werden, zeigen offenbar, wie eine russische Flugabwehrrakete ihr Ziel verfehlt und anschließend auf dem Gelände der Raffinerie einschlägt. Eine unabhängige Bestätigung der Aufnahmen liegt zwar bislang nicht vor, mehrere Militärbeobachter halten die Sequenz jedoch für plausibel.
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Die Raffinerie im Südosten Moskaus war am Donnerstag Ziel eines groß angelegten ukrainischen Drohnenangriffs. Dabei kam es zu einer gewaltigen Explosion: Das Dach eines Öltanks wurde meterhoch in die Luft geschleudert, über der russischen Hauptstadt stiegen dichte schwarze Rauchwolken auf. Die Anlage liegt nur rund 15 Kilometer vom Kreml entfernt und zählt zu den wichtigsten Treibstofflieferanten der Metropolregion.
Auf den nun veröffentlichten Videos ist zu sehen, wie eine Flugabwehrrakete zunächst eine anfliegende Drohne verfehlt. Anschließend scheint sie die Kontrolle zu verlieren, fliegt eine Kurve und schlägt direkt im Bereich eines Tanklagers ein. Kurz darauf folgt die heftige Explosion. Sollte sich diese Darstellung bestätigen, wäre der Schaden nicht unmittelbar durch die ukrainische Drohne, sondern durch die russische Abwehr selbst verursacht worden.
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Die russische Flugabwehr schoss nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht zum Donnerstag landesweit 555 ukrainische Drohnen ab. Der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge handelte es sich um einen der größten Angriffe auf Russland in diesem Jahr. Allein über Moskau habe die Flugabwehr rund 180 Drohnen abgefangen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bewohner mussten evakuiert werden.
Selenskyj: Angriff sei Teil der "Langstrecken-Sanktionen"
Selenskyj bestätigte in sozialen Netzwerken die Attacke auf die Raffinerie. Er bezeichnete den Angriff als Teil der ukrainischen "Langstrecken-Sanktionen". Er dankte den ukrainischen Geheimdiensten für den Angriff. Die Anlage sei ein für die russische Kriegsmaschinerie wichtiges Objekt gewesen, schrieb er.
Laut Selenskyj seien die nächtlichen Angriffe der Ukraine eine Reaktion auf einen russischen Angriff in dieser Woche auf Kiew gewesen, bei dem zehn Menschen getötet wurden und das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Höhlenkloster Petscherska Lawra schwer beschädigt wurde.
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Russland drohte der Ukraine mit Vergeltung. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Donnerstag zu Journalisten in Moskau, Kreml-Chef Wladimir Putin habe bereits angekündigt, dass Russland weitere "massive Angriffe" gegen die Ukraine ausführen werde. Die russische Armee "setzt dies um und wird das auch weiterhin tun."
Der Angriff auf die russische Hauptstadt fiel erneut mit einem von Präsident Wladimir Putin veranstalteten internationalen Großereignis zusammen, dem ASEAN-Gipfel in Kasan an der Wolga. Anfang Juni hatte die Ukraine weithin sichtbar ein Tanklager in St. Petersburg in Brand geschossen, als dort Putins Internationales Wirtschaftsforum tagte.
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