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Pest-Alarm in Russland: Experte hat schlimmen Verdacht

Alarm um Pest-Infektion in Russland.
© Getty/Facebook
Russland hält sich weiterhin mit Informationen zurück.
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Nach dem Tod einer Wissenschafterin von einem Pest-Forschungszentrum in Sibirien sind die russischen Behörden weiterhin um Beruhigung bemüht. Prozent der Personen unter Beobachtung seien untersucht worden, teilte die für Seuchenbekämpfung zuständige Behörde Rospotrebnadsor mit. Es seien keine Gesundheitsbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten festgestellt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass weiter.

"Die Ergebnisse von fast 5.000 Labortests haben keinerlei gefährliche pathogene (krankheitserregende) Mikroorganismen gezeigt", hieß es. Nicht gesagt wurde, wie viele mögliche Kontaktpersonen der gestorbenen Wissenschafterin untersucht wurden. In Presseberichten waren Zahlen bis zu 200 Personen genannt worden.

Die Behörde bekräftigte ihre Stellungnahme vom Sonntag, der zufolge es keinen Laborunfall in dem Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten in Irkutsk gab. Es gebe kein Seuchenrisiko für die Region etwa 4.200 Kilometer östlich von Moskau, wurde auch betont. Russland habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) regelkonform über den Vorfall informiert, teilte Rospotrebnadsor mit.

Historische Gebäude und Fußweg im 130 Kvartal von Irkutsk bei Sonnenuntergang, Blick von oben.
Die sibirische Stadt Irkutsk © Getty Images

Die 28-jährige Frau war am vergangenen Freitag gestorben. Als offizielle Todesursache gilt eine Lungenentzündung unbekannter Herkunft. Genauere Angaben haben die Behörden bisher nicht gemacht. Die Frau sei aber nicht mit den Pesterregern infiziert gewesen, mit denen sie beruflich zu tun hatte, hieß es.

Experten alarmiert

Internationale Experten sind aber dennoch alarmiert. Der führender US-amerikanischer Biologe Kevin Esvelt vom MIT hält es für möglich, dass hinter dem mysteriösen Ausbruch der Lungenpest in Russland etwas weitaus Beunruhigenderes steckt.

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"Die Quarantäne in fünf Krankenhäusern, die Beteiligung des FSB und der gemeldete Einsatz von Schutzanzügen als Reaktion auf den Tod eines einzelnen Forschers in einem Labor in Irkutsk mit Verbindung zur Waffenforschung stehen nicht im Einklang mit einer im Labor erworbenen Pestinfektion. Eine solche Infektion wäre mit vorbeugenden Antibiotika behandelt worden", schrieb der 44-Jährige auf X.

"Die russischen Behörden haben den Erreger aus Irkutsk mit Sicherheit bereits sequenziert, weigern sich aber, ihn zu identifizieren", fuhr Esvelt fort. "Die Abriegelung deutet darauf hin, dass der Erreger nicht mit vorbeugenden Antibiotika unter Kontrolle gebracht werden kann. Das könnte auf eine künstlich erzeugte Resistenz gegen sämtliche entsprechenden Antibiotika hindeuten – oder darauf, dass es sich überhaupt nicht um Pest handelt."

"Das bedeutet nicht, dass der Erreger aus Irkutsk eine Pandemie auslösen wird. Die Reaktion zeigt jedoch eindeutig, dass Russland eine Epidemie für möglich hält – und dass es sich bei dem verantwortlichen Erreger wahrscheinlich um eine potenzielle Pandemie-Waffe handelt oder um etwas, das für die Regierung auf andere Weise äußerst unangenehm wäre", fügte er hinzu.

Biologische Waffen

Auch Experte Hamish de Bretton-Gordon zeigt sich gegenüber der Sun besorgt: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass Russland über ein aktives Programm für biologische Waffen verfügt."

Er fügte hinzu: "Aufgrund der mangelhaften Regulierung, insbesondere in Russland, besteht möglicherweise die Gefahr, dass einige Wissenschaftler und bestimmte Labore für wirklich bösartige, gefährliche und schädliche Aktivitäten genutzt werden."

"Wir wissen inzwischen, dass die Möglichkeit besteht, dass sich ein Erreger, der eine Art Pest ähnelt, verbreitet."

Trump geht nicht von russischer Biowaffe aus

US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben aktuell nicht davon aus, dass der Tod der Mitarbeiterin eines Pestforschungszentrums in Sibirien in Zusammenhang mit einer Biowaffe steht. Auf eine entsprechende Frage sagte er im Weißen Haus: "Nun, das glauben wir nicht." Man werde es bald herausfinden. Worauf er sich bei seiner Einschätzung stützt, erläuterte Trump aber nicht. Er machte deutlich, dass sein angekündigtes Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin noch aussteht.

Trump hatte am Dienstag verkündet, dass er wegen des undurchsichtigen Krankheitsfalls, bei dem der Verdacht auf Lungenpest im Raum steht, mit Putin telefonieren wolle. Dass Telefonat werde sehr bald stattfinden, sagte Trump in dem Zuge. Das US-Außenministerium hatte die russischen Behörden bereits zuvor aufgefordert, Informationen schnell und transparent mitzuteilen.

Auf die Frage, ob er von Russland aktuell denselben Eindruck bekomme wie zu Beginn der Corona-Pandemie von China, sagte Trump nun: "China hat nicht viel gesagt, und Russland sagt auch nicht viel. Aber sie sagen, dass sie die Lage sehr gut im Griff haben."

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