Die US-Amerikanerin plant einen ungewöhnlichen Kurswechsel: Weniger Slalom, dafür deutlich mehr Riesenslalom und Super-G. Die 31-Jährige möchte neue Wege gehen – und sich als Rennfahrerin noch einmal ausprobieren. "Ich versuche etwas Neues", erklärte Shiffrin in einem Video und machte deutlich, dass es ihr dabei nicht allein um weitere Siege oder Rekorde geht.
Auch interessant
Die ersten beiden Slaloms des Winters wird Shiffrin dabei definitiv auslassen. Sowohl in Levi als auch in Gurgl soll die Ausnahmekönnerin nicht am Start stehen. Ihr persönlicher Slalom-Winter beginnt damit voraussichtlich erst Ende November beim Heimrennen in Killington.
Dieser Instagram Post kann aufgrund Ihrer aktuellen Datenschutzeinstellungen nicht angezeigt werden, da für dessen Einbettung ein Drittanbieter hinzugezogen wird, der technisch für den Betrieb der Website nicht zwingend notwendige Cookies setzt. Wenn Sie den Inhalt sehen möchten, bitten wir Sie um Einwilligung zu diesem konkreten Cookie von „Instagram“. Ihre Einwilligung ist einmalig für den Aufruf dieses Inhalts und wird nicht gespeichert.
Je nach Anbieter kann mit der Erteilung Ihrer Einwilligung auch ein Datentransfer in Drittstaaten verbunden sein, für die keine geeigneten Garantien vorliegen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung .
Ob danach wieder regelmäßig Slalom auf dem Programm steht, ist ebenfalls offen. "Momentan ist Killington als erster Slalom geplant und möglicherweise einige weitere über die Saison hinweg", kündigte Shiffrin an.
Ein Abschied von ihrer Paradedisziplin ist das ausdrücklich nicht. Vielmehr geht es um eine neue Balance. Nach 16 Jahren im Weltcup will sich die US-Ski-Queen mehr Freiraum für Regeneration verschaffen und stärker darauf achten, was ihr als Athletin guttut. Die anstehende Saison bezeichnet sie deshalb als eine Art "Saison der Erkundung".
Neue Herausforderung statt Rekordjagd
Der Schritt kommt durchaus überraschend. Denn im Slalom hat die 31-Jährige Maßstäbe gesetzt, an die derzeit kaum jemand herankommt. Neunmal sicherte sie sich bereits die kleine Kristallkugel für den Slalom-Weltcup. Insgesamt feierte sie in dieser Disziplin unglaubliche 73 Weltcupsiege und wurde zweimal Olympiasiegerin.
Auch in der vergangenen Saison war die US-Amerikanerin im Slalom nahezu unschlagbar. Neun der zehn Weltcuprennen entschied sie für sich. Nur Camille Rast konnte die Siegesserie einmal durchbrechen.
Riesenslalom und Super-G rücken in den Fokus
Statt möglichst viele Slaloms zu bestreiten, möchte Shiffrin ihre gewonnene Zeit in den Riesenslalom und Super-G investieren. Dort sieht sie offenbar noch ungenutztes Potenzial. Gerade der Super-G könnte dabei eine besonders spannende Baustelle werden. Während Shiffrin im Slalom längst eine historische Größe ist, bietet ihr der Speedbereich die Möglichkeit, sich sportlich noch einmal neu zu definieren.
Und genau darin liegt der Reiz für die Amerikanerin. "Die Freude lag für mich nie nur an Medaillen oder Rekorden", betonte Shiffrin. Sie wolle herausfinden, was möglich ist, wenn sie ihr Programm verändert und ihrer Entwicklung als Rennfahrerin mehr Raum gibt.
Eine Saison mit vielen Fragezeichen
Die Weltcup-Saison 2026/27 könnte damit eine der interessantesten von Shiffrins Karriere werden. Nicht, weil sie plötzlich weniger gewinnen will – sondern weil sie bewusst auf einen Teil ihrer bisherigen Routine verzichtet. Mit der Weltmeisterschaft im Februar in Crans-Montana wartet zudem ein großes Saisonhighlight. Dort könnte sich zeigen, wie weit Shiffrin mit ihrem neuen Ansatz bereits gekommen ist.
Klar ist: Die Konkurrenz darf sich zumindest vorerst über deutlich mehr Chancen im Slalom freuen. Doch Shiffrin wäre nicht Shiffrin, wenn hinter dem vermeintlichen Rückzug nicht auch eine neue Herausforderung stecken würde. Die Rekordfrau setzt nicht alles auf Sieg um jeden Preis – sie setzt auf Entwicklung. Und genau das macht ihren neuen Kurs so spannend.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden