Gstöttner hielt eingangs mit Blick auf die Position der Volkspartei fest:
“Die Staatsbürgerschaft ist das höchste Gut, das die Republik zu vergeben hat.”
Markus Gstöttner (ÖVP)
Die Staatsbürgerschaft müsse am Ende einer gelungenen Integration stehen.
Bei Gstöttner heißt das: Es brauche klare Regeln. Gstöttner und die Volkspartei wollen in Österreich beim Abstammungsprinzip bleiben. Das Land stehe vor einer "Mammutaufgabe der Integration", da helfe eine Liberalisierung der Staatsbürgerschaft nicht weiter.
"Nicht als Fremde gelten"
Der ÖVP-Position entgegen stand die Filmregisseurin Olga Kosanović. Sie gehört zu den Initiatoren der Initiative "Ein Pass, der passt". Zu Beginn der Kampagne meinte sie bereits:
“Ich möchte in dem Land, in dem ich geboren wurde, nicht als Fremde gelten, sondern als gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft anerkannt und gesehen werden. Eine Staatsbürgerschaftsreform ist in Österreich längst überfällig."”
Olga Kosanović
Es fehlten 58 Tage
Kosanović wurde die Einbürgerung verweigert, weil sie in den letzten 15 Jahren zu kurz in Österreich war – in ihrem Fall geht es um 58 Tage.
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Hintergrund der Debatte ist eine geplante Liberalisierung des Staatsbürgerschaftsrechts.
Ein Pass für alle?
Die Grundidee: Alle in Österreich geborenen Kinder sollen einen österreichischen Pass erhalten.
Prominente Unterstützer
Bedingung: Die Eltern halten sich schon mehrere Jahre im Land auf. Unterstützt wird die Initiative unter anderem vom SPÖ-Altkanzler Franz Vranitzky oder Ex-EU-Kommissar Franz Fischler. Eine dazugehörige Petition hat mittlerweile über 10.000 Unterschriften.
Fast 2 Millionen ohne Staatsbürgerschaft
Die Initiative "Ein Pass, der passt" nennt die Zahlen: Fast 2 Millionen Menschen leben aktuell in Österreich ohne hiesige Staatsbürgerschaft. Rund 300.000 davon sind in Österreich geboren.
"Kein Ramschartikel"
Neben der Ablehnung durch die ÖVP kommt auch von Seiten der FPÖ heftige Kritik an einer Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts.
“Unsere Staatsbürgerschaft ist ein hohes Gut, das man sich erarbeiten muss, und kein Ramschartikel, der einfach jedem hier geborenen Migranten nachgeworfen werden darf!”
Christian Hafenecker (FPÖ)
Van der Bellen am Nationalfeiertag
Er bezog sich dabei auf eine Aussage von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der am Nationalfeiertag in einem Gespräch mit einem jungen Mädchen meinte, er würde es begrüßen, wenn man in Österreich die Staatsbürgerschaft nach amerikanischem Vorbild bekäme. Heißt: qua Geburt.
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