Aktie fällt

Nvidia übertrifft mit Umsatzprognose Erwartungen

Nvidia-Logo auf schwarzem Hintergrund, links grünes Augensymbol, rechts weißer Schriftzug.
© APA/AFP/PHILIP FONG
Nvidia hat mit seiner Umsatzprognose die Erwartungen der Wall Street übertroffen.
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Der weltgrößte Anbieter von Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) stellte am Mittwoch für das dritte Quartal Erlöse von 108,0 Milliarden US-Dollar in Aussicht, plus oder minus zwei Prozent. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 104,2 Milliarden gerechnet.

Dennoch konnte der Ausblick Sorgen der Anleger um die langfristige Dominanz des Konzerns auf dem Markt für KI-Chips nicht zerstreuen. In seiner Prognose ging Nvidia davon aus, dass keine Chips für Rechenzentren in China verkauft werden. Die Nvidia-Aktie gab im nachbörslichen Handel zunächst um 1,2 Prozent nach. Das Papier hat im bisherigen Jahresverlauf 14,2 Prozent zugelegt, während sich die Kurse der Konkurrenten AMD und Intel mehr als verdoppelt haben.

Umsatz- und Gewinn im Zweitquartal mehr als verdoppelt

Im vorangegangenen Quartal hatte Nvidia Umsatz und Gewinn überraschend deutlich gesteigert. Daraufhin kündigte der Konzern weitere Aktienrückkäufe und eine Anhebung der Dividende an.

In dem am 26. Juli abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal steigerte Nvidia den Umsatz laut Mitteilung auf 96,2 Milliarden Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Der Nettogewinn schwoll um 126 Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar an. Im dritten Quartal sollen vom Erlös 74 Prozent, plus/minus 0,50 Prozentpunkte als um Sondereffekte bereinigter operativer Bruttogewinn übrig bleiben, nach 75 Prozent im zweiten Quartal.

Gigantische KI-Investitionen als Treiber

Die Zahlen von Nvidia gelten als Barometer für den gesamten KI-Markt. Zuvor hatten Großkunden wie Microsoft und Meta signalisiert, dass die Technologiebranche in diesem Jahr mehr als 730 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben dürfte – ein beispielloser Anstieg gegenüber den 400 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Nvidia will gemeinsam mit Finanzinvestoren mehr als 500 Milliarden Dollar für den Bau weiterer Rechenzentren mobilisieren. "Rechenleistung ist das neue Öl", betonte Stephan Kemper, Chefinvestor der Vermögensverwaltung der Bank BNP Paribas. "Nvidia etabliert diese Ressource jetzt als kreditfähige Sicherheit. Ein 500-Milliarden-Dollar-Konsortium der weltgrößten Vermögensverwalter institutionalisiert die Finanzierung der KI-Infrastruktur und schafft damit eine neue Anlageklasse für Investoren." Darüber hinaus verhandelt der Konzern einem Medienbericht zufolge mit dem KI-Entwickler OpenAI über eine rund 250 Milliarden Dollar schwere Bürgschaft. Die Garantie solle OpenAI die Anmietung eines riesigen Rechenzentrums ermöglichen.

Einstieg in CPU-Markt

Die Chips von Nvidia sind für das Training von KI-Modellen optimiert. Für den täglichen Betrieb dieser Software ("Inferenz") und die Nutzung sogenannter KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen, sind jedoch klassische Zentralprozessoren (CPUs) besser geeignet. Diese feiern daher ein Comeback in Rechenzentren. AMD und Intel beherrschen diesen Markt. Gleichzeitig arbeiten Technologiekonzerne wie Amazon, Google oder OpenAI an eigenen Chips. Nvidia reagiert darauf mit der Entwicklung von CPUs. Hierzu sicherte sich der Konzern Technologien und Fachkräfte des Chip-Entwicklers Groq.

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