Physik-Erkenntnis
Neuer Beweis zeigt: Zeitreisen könnten nur in die Zukunft führen
Im Kino wirkt alles kinderleicht: Michael J. Fox steigt in "Zurück in die Zukunft" in seinen DeLorean, während Rod Taylor im Kultfilm "Die Zeitmaschine" gleich Hunderttausende Jahre durchwandert und wieder zurückkehrt. Doch die Realität der theoretischen Physik zeichnet ein völlig anderes Bild. Der Physiker Hongsheng Zhang von der Jinan-Universität in China hat eine mathematische Herleitung vorgelegt, die das Szenario von Zeitreisen grundlegend einschränkt.
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Besonders bemerkenswert daran ist der minimale mathematische Aufwand. Der zentrale Beweis von Zhang umfasst exakt drei Zeilen. Vereinfacht formuliert vergleicht der Wissenschafter die Zeitachse mit einer Einbahnstraße, auf der ein unumkehrbarer Kilometerzähler mitläuft. Auf jedem erdenklichen Weg durch Raum und Zeit kann dieser Wert ausnahmslos ansteigen. Ein Zurückfallen auf den Ausgangswert ist mathematisch ausgeschlossen. Folglich kann eine Reise niemals eine geschlossene Schleife bilden, die wieder in der eigenen Vergangenheit mündet.
Hongsheng Zhang bringt das Ergebnis auf den Punkt: "Daraus folgt, dass eine bestimmte Größe auf jeder möglichen Reise wachsen muss. Deshalb kann keine Reise zu ihrem Ausgangsereignis zurückkehren." Die Konsequenz dieser Rechnung ist eindeutig: Wenn ein Vorankommen durch die Dimensionen überhaupt physikalisch realisierbar ist, dann führt der Pfad unausweichlich nach vorne, niemals zurück an den Ausgangspunkt.
Einsteins Relativitätstheorie als reales Fundament
Doch wie genau soll ein Sprung nach vorne funktionieren, wenn man nicht wie in Hollywood einfach Jahrhunderte auf Knopfdruck überspringt? Des Rätsels Lösung liegt in Albert Einsteins Relativitätstheorie und dem Phänomen der Zeitdehnung. Reisen in Richtung Zukunft erfordern keine magischen Portale, sondern extreme Geschwindigkeiten. Der Physiker Metin Tolan, der sich seit vielen Jahren intensiv mit den Naturgesetzen hinter bekannten Science-Fiction-Werken auseinandersetzt, bestätigt die theoretische Machbarkeit.
Tolan hält fest: "Reisen in die Zukunft sind theoretisch 'relativ' einfach." Der physikalische Mechanismus dahinter beruht auf messbaren Tatsachen:
- Wer sich extrem schnell bewegt, für den verstreicht die Zeit spürbar langsamer als für ruhende Personen auf der Erde.
- Dieses Phänomen der sogenannten Zeitdehnung bedeutet, dass eine bewegte Uhr aus Sicht eines unbewegten Beobachters langsamer tickt.
- Was theoretisch klingt, wurde im Experiment längst mit hochpräzisen Atomuhren zweifelsfrei bewiesen.
Ein bekanntes popkulturelles Beispiel liefert der Filmklassiker "Planet der Affen" aus dem Jahr 1968. Darin rasen Astronauten mit Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit durch das Weltall. Während an Bord des Raumschiffs nur wenig Zeit vergeht, ziehen auf der Heimatwelt Jahrtausende ins Land. Würden Raumfahrer nach einer solchen Hochgeschwindigkeitsreise zur Erde zurückkehren, wäre dort weit mehr Zeit vergangen als für sie selbst. Faktisch wären sie damit tatsächlich in der Zukunft gelandet.
Keine Chance auf die Vergangenheit
Während der Weg in künftige Epochen physikalisch denkbar bleibt, schließt Zhangs Arbeit die Umkehrung rigoros aus. Ein Ticket zurück in vertraute Tage gibt es nach diesen Berechnungen schlichtweg nicht.
Der Traum, mit den Lottozahlen von morgen rasch zum Millionär zu werden oder historische Fehlentscheidungen ungeschehen zu machen, gehört damit endgültig ins Reich der Fantasie. Mit gewaltigen Energiemengen und fortschrittlichster Technologie bliebe künftigen Generationen bestenfalls das Fenster offen, einen echten Blick in die fernere Zukunft unseres Planeten zu werfen.
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