Bauarbeiten im Plan
Neue Linie 18 geht im Herbst in Betrieb
Schon im heurigen Sommer soll der Autoverkehr auf der Brücke wieder komplett freigegeben werden. Der große Höhepunkt folgt dann im Herbst 2026, wenn die verlängerte Straßenbahnlinie 18 ihren Betrieb aufnimmt.
Die neue Strecke führt von der U3 Schlachthausgasse bis zur U2-Station Stadion. Das Timing für die Fertigstellung ist kein Zufall, denn ab dem Herbst sperren die ÖBB die S-Bahn-Stammstrecke für eine umfassende Sanierung. Die neue Bim-Verbindung soll genau hier als wichtige Ausweichroute dienen und wird jährlich rund sechs Millionen Fahrgäste befördern.
"Mit der Verlängerung der Linie 18 schaffen wir eine starke Öffi-Tangente, die den Westen Wiens und besonders den Hauptbahnhof künftig direkt über die U2 Stadion mit dem Osten verbindet", erklärt die technische Geschäftsführerin der Wiener Linien, Gudrun Senk. Durch die Verkehrsverlagerung vom Auto auf die Schiene können bis zu 1300 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.
Mehr als nur eine Bim-Spur
Auf der Brücke selbst wurden bereits die alten Schienen erneuert und das Tragwerk verstärkt. Jetzt konzentrieren sich die Arbeiter auf die Verbreiterung der Gehwege sowie auf den Korrosionsschutz. Neben der neuen Schienentrasse wird auch viel für die Abkühlung im Grätzl getan. Vorgesehen sind unter anderem ein 70 Meter langes Grüngleis beim Ernst-Happel-Stadion sowie neue Mikrofreiräume.
"Mit der Verlängerung der Linie 18 bauen wir nicht nur unser bereits großartiges Wiener Öffi-Netz weiter aus, sondern schaffen auch mehr als zwei Kilometer neue Radwege, über 200 neue Bäume und sorgen für Verkehrsberuhigung im Grünen Prater", betont Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei einem Baustellenbesuch.
Auch interessant
Rückenwind für Radler
Für Radfahrer und Radfahrerinnen bringt das Projekt massive Verbesserungen, da auf der Stadionbrücke ein baulich getrennter, rund 3,8 Meter breiter Zweirichtungs-Radweg entsteht. Zudem wird eine entscheidende Lücke in der Würtzlerstraße geschlossen, wodurch eine durchgehende Radroute vom Gürtel über den Donaukanal bis in den Prater entsteht. Die Stadt nutzt die Gleisarbeiten, um mehrere Infrastrukturprojekte gleichzeitig umzusetzen. "So gibt es nur einmal Baustelle, aber gleich mehrere Vorteile für die Wienerinnen und Wiener", meint der Chef der Straßenverwaltung, Thomas Keller.
Sieben neue Haltestellen
Die Bims fahren künftig von der Schlachthausgasse über den Ludwig-Koeßler-Platz und die Stadionbrücke. Weiter geht es zur Wasserwiese und quer durch die Hauptallee direkt zum Stadionbad und zum Ernst-Happel-Stadion, was besonders bei Großevents für Entlastung sorgen soll. Trotz der massiven Arbeiten rollt der Individualverkehr auf der Brücke während der gesamten Bauzeit weiter. "Aktuell liegen wir in allen Bauphasen im Zeitplan", bestätigt der Leiter der Brückenbau-Abteilung, Wolfgang Strenn. Nach der kompletten Verkehrsfreigabe im August folgen bis Ende Oktober 2026 nur noch letzte Restarbeiten und der Abbau der Baustelle.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden