Schon wieder Alarm

Nächster Anschlag auf Stromnetz? Polizei riegelt Umspannwerk ab

Rote Morgendämmerung hinter den Kühltürmen des Kraftwerks Jänschwalde mit aufsteigendem Dampf.
© APA/dpa/Frank Hammerschmidt
Nach mehreren mutmaßlichen Angriffen auf die deutsche Stromversorgung sorgt nun ein weiterer Polizeieinsatz für Aufsehen. In Ganderkesee wurde ein Umspannwerk weiträumig abgesperrt – sogar ein Polizeihubschrauber ist im Einsatz.
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Ganderkesee in Niedersachsen steht derzeit im Fokus der Sicherheitsbehörden. Einsatzkräfte haben ein Umspannwerk im Landkreis Oldenburg großräumig abgesperrt. Auch ein Polizeihubschrauber kreist über dem Gelände.

Die Polizei spricht bislang lediglich von "verdächtigen Umständen". Was genau entdeckt wurde und ob möglicherweise ein Schaden entstanden ist, ist derzeit noch unklar.

Einen Brand habe es nach bisherigen Angaben der Polizei jedenfalls nicht gegeben. Der Einsatz läuft weiter. Auch das Technische Hilfswerk ist vor Ort und leuchtet das Gelände großflächig aus.

Ob es sich um einen technischen Vorfall, eine mögliche Sabotage oder etwas völlig anderes handelt, ist derzeit offen.

Mehrere Fälle innerhalb weniger Tage

Besonders brisant ist der Einsatz vor dem Hintergrund mehrerer Vorfälle an deutschen Umspannwerken.

Erst am 1. September kam es in Brandenburg zu einem mutmaßlichen Sabotageangriff auf das Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde. Dort wurden zahlreiche selbstgebaute Vorrichtungen entdeckt. Nach Angaben der Behörden sollten damit offenbar Kurzschlüsse an Hochspannungsleitungen ausgelöst werden.

In mindestens zwei Fällen gelang es den Unbekannten, leitfähiges Material an die Leitungen zu bringen. Dadurch kam es zu Kurzschlüssen. Ein größerer Stromausfall konnte jedoch verhindert werden. Ein Kraftwerksblock wurde vorsorglich beziehungsweise aufgrund der Folgen des Vorfalls heruntergefahren.

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann sprach von einem Sabotageakt und betonte, es handle sich nicht um einen harmlosen Streich. Die Ermittler versuchen weiterhin herauszufinden, wer hinter dem Angriff steckt und welches Motiv dahintersteht.

Dann der nächste Fall in NRW

Nur kurze Zeit später wurde auch in Nordrhein-Westfalen ein weiterer Vorfall bekannt. In Bergheim bei Köln kam es zu einer Störung an einem Umspannwerk. Die Polizei geht nach aktuellem Ermittlungsstand nicht von einem technischen Defekt, sondern von einer vorsätzlichen Tat aus.

Absperrband mit "Polizei" vor einem Polizeiwagen bei Sonnenaufgang, ländliche Umgebung.
© APA/dpa/Frank Hammerschmidt

Auch dort wurden Vorrichtungen entdeckt, die offenbar dazu dienten, einen Kurzschluss herbeizuführen. Mehrere Kraftwerksblöcke waren zeitweise betroffen, einen großflächigen Stromausfall gab es jedoch nicht.

Die Ermittler prüfen inzwischen, ob die verschiedenen Fälle miteinander zusammenhängen.

Auch Dormagen im Fokus

Am Donnerstag wurde schließlich auch in Dormagen ein verdächtiger Gegenstand nahe einem Umspannwerk entdeckt. Ein Spaziergänger hatte die Vorrichtungen bemerkt und die Polizei alarmiert.

Die Behörden gehen inzwischen von einem möglichen Sabotageversuch aus. Ein Bekennerschreiben nimmt zudem Bezug auf frühere Vorfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Ob hinter den Fällen tatsächlich derselbe Täter oder dieselbe Gruppe steckt, ist noch nicht geklärt.

Jetzt Alarm in Niedersachsen

Damit rückt nun auch Ganderkesee in den Fokus. Noch gibt es keine Bestätigung, dass der Polizeieinsatz mit den mutmaßlichen Sabotageakten in Brandenburg, Bergheim oder Dormagen zusammenhängt.

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