EX-RB-TEAMCHEF:

"Nach dem Tod von Dietrich Mateschitz haben sich die Dinge verändert"

Ein Mann im Red-Bull-Racing-Shirt telefoniert an einem Geländer im Freien.
© GEPA pictures/ Matthias Trinkl
In einem vielbeachteten Interview mit der britischen Tageszeitung The Guardian spricht Christian Horner erstmals über seinen abrupten Rauswurf im Juli 2025.
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Das überraschende Fazit des 52-Jährigen: Die entscheidenden Verschiebungen im Rennstall begannen bereits mit dem Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz.

Mateschitz als schützende Hand

Auf die Frage, ob die Familie Verstappen hinter seiner Entlassung gesteckt habe, stellte Horner gegenüber Guardian-Reporter Donald McRae klar: "Nein, das war eine Entscheidung der Führungsebene von Red Bull. Nach dem Tod von Dietrich [Mateschitz] haben sich die Dinge in der Führung grundlegend verändert." 

Mateschitz, der den Konzern 2022 hinterließ, galt jahrelang als schützende Hand und enger Vertrauter Horners. Ohne das Machtzentrum des Firmengründers änderte sich die Dynamik im Red-Bull-Reich schlagartig.

Horner von Marko enttäuscht

Horner, der das Formel-1-Team von 2005 bis 2025 zu acht Fahrer- und sechs Konstrukteursweltmeisterschaften führte, empfand seinen Abgang im Guardian-Gespräch als "brutal und traurig". Den eigentlichen Grund für das Ende sieht er in der veränderten Machtstruktur nach Mateschitz’ Ableben:

“Ich glaube, es gab das Gefühl, dass zu viel Kontrolle in meinen Händen lag. Aber einen echten Grund hat man mir eigentlich nie genannt.”

Christian Horner im "Guardian"

Besonders menschlich enttäuscht zeigte sich Horner vom langjährigen Motorsportberater Dr. Helmut Marko, der nur zwei Tage vor dem Rauswurf noch auf seinem Anwesen zu Gast gewesen war:

“Helmut konnte sehr direkt sein. Ich war extrem enttäuscht, dass er noch zwei Tage vor meiner Entlassung als Gast bei meiner Familie wohnte – ohne auch nur die geringste Andeutung zu machen, was bevorsteht.”

Christian Horner im "Guardian"

Ehemalige Spekulationen um die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und Nötigung aus dem Jahr 2024 (die nach interner Prüfung und Berufung vollständig ausgeräumt wurden) spielte Horner herunter: "Ich hatte das überstanden, die Vorwürfe waren vom Tisch. Es ging am Ende eher um Performance und die Zukunft."

Zwei Männer knien vor einem Red Bull Formel-1-Auto auf der Startaufstellung in Imola.
IMOLA, ITALY - MAY 18: Christian Horner, Team Principal of Oracle Red Bull Racing and Mark Mateschitz on the grid during the F1 Grand Prix of Emilia-Romagna at Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari on May 18, 2025 in Imola, Italy. (Photo by Mark Thompson/Getty Images) © Getty Images

90 Millionen Euro bei RB-Abgang

Eine sofortige Rückkehr in die Königsklasse plant Horner derzeit nicht – Medienberichten zufolge kassierte er bei seinem Abgang eine Abfindung in Höhe von rund 75 Millionen Pfund (ca. 90 Millionen Euro).

Sein Fazit fällt dennoch versöhnlich aus: "Ich hatte eine verdammt erfolgreiche Zeit. Ich habe eines von vier Rennen gewonnen, an denen ich teilgenommen habe – 287 Podiumsplätze bei 405 Rennen. Ich kehre nur für die richtige Gelegenheit mit Gleichgesinnten zurück. Nur um dabei zu sein, fange ich sicher nicht wieder an."

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