Urteil schon heute?

Mordfall Jennifer S.: "Er hat sie eiskalt erwürgt"

© fuhrich oe24
Heute startet der Mordprozess gegen den Ex-Freund der 2018 verschwundenen Jus-Studentin Jennifer S. Der 33-Jährige soll seine damalige Freundin getötet und ihre Leiche jahrelang versteckt haben. Der Prozess, der für zwei Tage anberaumt war, könnte schon heute am 1. Prozesstag enden. Die Verteidigerin des Angeklagten kündigte nämlich ein "umfassendes und reumütiges Geständnis" an.
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Wien. Unter regem Publikumsinteresse hat am Donnerstag am Wiener Landesgericht der Mordprozess um die im Jänner 2018 getötete und in einem Waldstück verscharrte Jennifer S. begonnen. Angeklagt ist der Ex-Freund der damals 21-Jährigen, der die junge Frau vorsätzlich getötet haben soll. "Er hat sie eiskalt erwürgt", sagte die Staatsanwältin zu Beginn der Verhandlung, "er konnte ihre Entscheidung, sich von ihm zu trennen, nicht akzeptieren." Der 33-Jährige, der seinen Namen nach der Tat von Clemens T. auf Mairon K. geändert hatte, war geständig.

"Ich bekenne mich voll schuldig zum Mord", sagte der Angeklagte zu Beginn seiner Beschuldigteneinvernahme. Er habe sie "erwürgt". Er habe es "nicht ertragen, dass die Person, die ich so sehr liebe, nicht mehr in meinem Leben ist." "Wut also", warf die vorsitzende Richterin Petra Poschalko ein. "Es war definitiv von Wut überlagert", räumte der bisher unbescholtene Mann ein.

Angeklagter entschuldigte sich bei Angehörigen der Getöteten

"Die Tat, die ich damals gemacht habe, tut mir leid", gab der Angeklagte zu Protokoll. Er entschuldigte sich bei den Angehörigen der Getöteten: "Sie haben acht Jahre lang gelitten, weil ich nicht imstande war, meine Verantwortung zu tragen." Er hoffe, "dass mir geholfen wird." "Dem Opfer ist ja nicht mehr zu helfen. Das ist ja das Traurige daran", bemerkte die vorsitzende Richterin darauf.

Verteidigerin Astrid Wagner betonte, ihr Mandant sei "kein eiskalter Killer" und "erleichtert, dass es (das Verbrechen, Anm.) aufgeklärt wurde." Er habe "mit ihren Trennungswünschen nicht umgehen können."

21-Jährige hatte laut Staatsanwältin "endgültig Schluss gemacht"

Im vergangenen Dezember hatte der 33-Jährige ein Geständnis abgelegt und die Polizei zu den vergrabenen sterblichen Überresten der Getöteten geführt. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts der Freiheitsentziehung waren im April 2019 eingestellt worden. Weil er 2025 in einem Chat detailliert schilderte, wie er sich einer Leiche entledigen würde, ohne verdächtige Spuren zu hinterlassen, geriet er erneut in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden. Das hätte ihn "unter Druck gesetzt", gab der Angeklagte nun in seinem Prozess zu. Er habe "die Last nicht ertragen", nachdem er das Geschehene jahrelang "verdrängt" und sich "mit Arbeiten oder anderen Diversitäten abgelenkt" hätte.

Wie im Zuge der Erhebungen herauskam, hatte der Mann die Frau am Vormittag des 21. Jänner 2018 in ihrer Wohnung getötet, "nachdem sie endgültig mit ihm Schluss gemacht hatte", wie die Staatsanwältin nun den Geschworenen darlegte. Es sei "eskaliert aus meiner Schuld", gab dazu der Angeklagte zu Protokoll. Als ihm Jennifer S. erklärte, "ich soll verschwinden", sei das "zu viel" gewesen: "Es war, wie der Fußboden vor den Füßen eingerissen wird."

Nach der Bluttat habe er die Tote entkleidet und in einer Kiste abgelegt, berichtete der Angeklagte. Ihre Leiche vergrub er zunächst im Bereich von Großweikersdorf im Bezirk Tulln und brachte sie dann zum endgültigen Ablageort in der Nähe des Truppenübungsplatzes Allentsteig im Bezirk Zwettl. Dem Mann drohen nun zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft sowie die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum.

Das letzte Selfie mit ihrem damaligen Freund, der jetzt angeklagt ist. Danach verschwand Jenni S. © zVg

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