Neuer Name
Miley Cyrus überrascht mit neuem Album und neuem Namen
Miley Cyrus hat sich in ihrer Karriere schon mehrmals neu erfunden. Sie war Disney-Liebling, rebellischer Popstar, Country-Sängerin, Rockröhre und zuletzt glamouröse Visual-Album-Künstlerin. Nun beginnt offenbar ihre nächste Ära – und dafür braucht die 33-Jährige nicht einmal mehr einen Nachnamen.
Auf ihrer neu gestalteten offiziellen Website steht nur noch "Miley". Die bisherige Adresse "mileycyrus.com" führt inzwischen zu "mileyofficial.com", auch auf Instagram tritt die Sängerin unter "@miley" auf. Das neue Profilbild zeigt sie vor leuchtend rotem Hintergrund, sämtliche Ankündigungen sind nur noch mit ihrem Vornamen versehen.
Aus Miley Cyrus wird einfach Miley
Damit macht es die Grammy-Gewinnerin wie Madonna, Cher, Beyoncé oder Zendaya: Ein einziger Name soll genügen. Eine rechtliche Namensänderung hat sie bislang nicht bekannt gegeben. Fest steht jedoch, dass "Miley" zumindest ihr neuer professioneller Auftritt ist.
Der Zeitpunkt dürfte kein Zufall sein. Gemeinsam mit dem Rebranding kündigte sie ihr zehntes Studioalbum "Bass Persuades" an, das am 18. September erscheint. Es ist ihr erstes Album bei Atlantic Records und folgt nur etwas mehr als ein Jahr auf "Something Beautiful".
Die Botschaft wirkt klar: Eine neue Plattenfirma, eine neue visuelle Welt und ein verkürzter Künstlername sollen den Beginn eines neuen Kapitels markieren. Gleichzeitig hat der Schritt etwas Selbstbewusstes. Miley ist längst so bekannt, dass ihr Vorname allein reicht.
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Kündigt "Bass Persuades" eine neue Musikrichtung an?
Noch ist keine erste Single erschienen, deshalb lässt sich der Sound des Albums nicht eindeutig festlegen. Die bislang veröffentlichten Hinweise sprechen aber dafür, dass Miley den polierten Pop von "Flowers" hinter sich lassen und wieder stärker in Richtung Rock, Alternative und Live-Band-Sound gehen könnte.
In einem ersten Teaser spielt sie E-Gitarre, während darunter ein groovender, auffallend basslastiger Rock-Beat zu hören ist. Schon der Albumtitel rückt also nicht nur emotional, sondern offenbar auch musikalisch die tiefen Frequenzen ins Zentrum. "Bass Persuades" klingt dunkler und kantiger als der sonnige Pop ihres Erfolgsalbums "Endless Summer Vacation".
Eine komplett neue Seite wäre Rock für Miley allerdings nicht. Spätestens mit "Plastic Hearts" bewies sie 2020, wie gut ihre raue Stimme zu Gitarren, Glam-Rock und großen Live-Momenten passt. Das neue Album könnte daher weniger einen radikalen Genrewechsel als eine Weiterentwicklung dieses Sounds bedeuten – experimenteller, bassbetonter und erwachsener.
Diese Zusammenarbeit ist ein besonders deutlicher Hinweis
Auch die Tracklist macht neugierig. Der Song "Different Religion" entstand gemeinsam mit Model/Actriz, einer Band, die für eine intensive Mischung aus Post-Punk, Noise-Rock und Dance-Punk bekannt ist. Dass die Gruppe außerdem bei Mileys zwei angekündigten Konzerten in der Hollywood Bowl als Special Guest auftritt, verstärkt den Eindruck, dass die neue Ära deutlich alternativer und härter klingen könnte.
Für "Neon Signs" holte Miley wiederum Andrew Wyatt von Miike Snow ins Studio, mit dem sie bereits mehrfach gearbeitet hat. Er steht für melodisches, intelligentes Pop-Songwriting. Die Kombination aus Model/Actriz und Wyatt lässt deshalb keinen reinen Rock-Ausflug erwarten, sondern eher einen Mix aus rauen Gitarren, elektronischer Energie, starken Basslinien und eingängigen Pop-Hooks.
Auch Mileys Verlobter Maxx Morando dürfte den Sound prägen. Der Liily-Schlagzeuger gehört zu den Musikern und Songwritern des Albums. Im Interview mit "Wonderland" betonte Miley, dass Musikalität, gemeinsames Schreiben und das Erzählen durch Instrumente entscheidend für die Entstehung der Songs gewesen seien. Das spricht für ein organischeres Album, bei dem nicht nur perfekt produzierte Popflächen, sondern echte Band-Dynamik im Mittelpunkt steht.
Das neue Album soll eine vielschichtige Liebesgeschichte erzählen
Inhaltlich wird "Bass Persuades" offenbar persönlicher. Miley bezeichnete die Platte als Liebesgeschichte, stellte aber zugleich klar, dass Liebe niemals eindimensional sei. Ein romantischer Faden ziehe sich durch das Album, ebenso gehe es um jene Liebe, die sie in den vergangenen Jahren zu sich selbst gefunden habe.
Auch Titel wie "Let’s Get Married", "Orbit" oder "Aftermath" passen zu einer Geschichte über Nähe, Bindung und die unterschiedlichen Phasen einer Beziehung. Ob "Let’s Get Married" konkret von ihrer Verlobung mit Maxx Morando handelt, hat Miley nicht bestätigt. Die Vermutung liegt angesichts ihres aktuellen Lebensabschnitts jedoch nahe.
Den Titel des Albums erklärt sie mit der gesamten emotionalen Bandbreite der Musik: vom erfüllten Herzen über Herzschmerz bis zu allem, was dazwischenliegt. "Bass Persuades" könnte damit sowohl für den Klang des Albums als auch für die unmittelbare Wirkung stehen, die Musik auf den Körper und die Gefühle hat.
Rebranding oder endgültige Befreiung?
Der Abschied von "Cyrus" könnte auf den ersten Blick auch als Distanzierung von ihrem berühmten Familiennamen oder ihrer Vergangenheit verstanden werden. Plausibler ist, dass Miley mit ihrem Vornamen alle bisherigen Versionen ihrer Karriere unter einem einzigen, unverwechselbaren Markennamen zusammenführt.
Sie muss nicht mehr erklären, welche Miley sie gerade ist: die ehemalige "Hannah Montana", die Provokateurin der "Bangerz"-Ära, die Country-Tochter, die Rock-Sängerin oder der Weltstar hinter "Flowers". Sie ist einfach Miley – und genau darin liegt die eigentliche Stärke des Rebrandings.
Ob "Bass Persuades" tatsächlich eine völlig neue Musikrichtung einläutet, zeigt sich spätestens am 18. September.
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