Nova Rock
Iron Maiden liefern bombastische Heavy-Metal-Show
Mit Songs wie "The Trooper" und "Aces High" sowie Fliegerangriff auf der Videowall gab es Kriegsmetaphorik. Damit hielten die Briten am Samstag keine Alleinstellung. Bei Sabaton stand ein Panzer auf der Bühne, Kanonenfieber bauten einen Schützengraben auf der Blue Stage auf. Kriegerisch ging es am Gelände aber nicht zu: Das Publikum feierte und zeigte nach Kälte, Regen und Hitze Ausdauer.
Iron Maiden waren mit einem Koffer voller Hits aus ihrer goldenen Zeit angereist. Der Bogen spannte sich von Krachern der ersten Alben ("Wrathchild"), über das Metal-Meisterwerk "The Number Of The Beast" bis zu den komplexen, langen Tracks "Rime Of The Ancient Mariner" und "Seventh Son Of A Seventh Son" mit atmosphärischen Instrumentalteilen. Sänger Bruce Dickinson - bei großartiger Stimme - schlüpfte immer wieder in Rollen: als Soldat bei "The Trooper", als Todeskandidat bei "Hallowed Be Thy Name" oder Nachtwächter bei "Fear Of The Dark". Die drei Gitarristen warfen einander die Soloparts behände zu. Maskottchen Eddie hatte auch seine Einsätze. Fans freuten sich über "Infinite Dreams", das Maiden 38 Jahre lang nicht im Set hatten. "Wasted Years" beendete ein unterhaltsames Metal-Musical mit perfektem Sound.
Mit einem "Have a great fucking life - every one of you -, 'cause you deserve it!", entließ der Frontman das dankbare Publikum verschiedensten Alters in die Nacht. So bleibt die Erkenntnis, dass die Kultband in ihrem quasi selbst definierten eigenen Genre eine Bank ist, an der ein Großfestival auch 2026 kaum vorbeikommt. Und: Die Chance auf ein Da capo stellte Dickinson erneut selbst in den Raum: "to be continued - just like James Bond".
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