Sportlich durfte Christian Ilzer endlich jubeln, doch nach dem Erfolg gegen Olympique Lyon war dem Hoffenheim-Coach der Ärger deutlich anzumerken. "Der Spielplan der UEFA ist ein Wahnsinn", polterte der 49-Jährige. Für ihn ist klar: Im Profifußball jagt mittlerweile ein Spiel das nächste – mit fatalen Folgen für die Gesundheit der Stars.
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Verletzungen bei Topklubs wie Paris Saint-Germain und Bayern München seien ein deutliches Warnsignal. Nur am dritten Königsklassen-Spieltag verletzten sich mit PSG-Juwel Khvicha Kvaratskhelia (Kreuzbandriss), Barcelona-Star Dani Olmo (Adduktoren) und Bayern-Stürmer Luis Diaz (Muskelbündelriss) gleich drei Spieler. Ilzer richtete deshalb eine Spitze an die UEFA: "Vielleicht machen sie über das auch einmal eine Statistik."
»Man braucht keine künstlich Nations League«
Besonders die Nations League ist dem Ex-Sturm-Trainer ein Dorn im Auge. Statt immer neue Bewerbe in den Kalender zu pressen, müsse sich der Fußball auf seine größten Turniere konzentrieren.
"Der Schwerpunkt der Nationalmannschaften soll die Europameisterschaft und die Weltmeisterschaft sein", fordert Ilzer. Und legt nach: "Man braucht keine künstliche Nations League."
Auch die Trainer stecken laut Ilzer in einer Zwickmühle. Wer seine Leistungsträger schont, muss schnell mit Kritik rechnen: "Wenn du irgendwo einen Spitzenspieler rausrotierst", werde man sofort infrage gestellt. Gleichzeitig steigt das Verletzungsrisiko durch die enorme Belastung.
Kramaric glänzt – Ilzer fordert Konsequenzen
Immerhin hatte der Ex-Sturm-Trainer sportlich am Donnerstag keinen Grund zum Ärger: Beim 3:0 gegen Lyon war Andrej Kramaric der überragende Mann. Er erzielte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+4) das 1:0 und bereitete die Treffer von Adam Daghim (49.) und Adam Hlozek (83.) vor.
Der sportliche Befreiungsschlag ist gelungen, Ilzers Grundsatzkritik bleibt jedoch bestehen. Seine Forderung an die UEFA: den Terminkalender endlich ernsthaft überdenken, die Nations League hinterfragen und die Gesundheit der Spieler stärker in den Mittelpunkt rücken. Denn für den Steirer ist die Schmerzgrenze längst erreicht.
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