"Wie es der ganzen Landwirtschaft geht, geht es auch dem Weinbau", fasst Leopold Kerbl vom Weinbauverband die Lage gegenüber "NÖN" zusammen. Seit dem Frühjahr fehlte der Regen, weshalb besonders Junganlagen aufwendig bewässert werden mussten – eine echte Herausforderung bei fast ausgetrockneten Bächen.
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Die Hitze sorgte für kleine, dickschalige Beeren und teilweise "Sonnenbrand". Dies erschwert die Verarbeitung, da zu starkes Pressen bittere Gerbstoffe freisetzen würde.
Ernte in den Nachtstunden
HBLA-Direktor Reinhard Eder erwartet für den Jahrgang 2026: "Viel Zucker, wenig Säure, nicht ganz typisch für unsere Region." Um die Säure zu bewahren und Aromaverluste zu vermeiden, wird extrem früh geerntet – idealerweise in den Nachtstunden zwischen zwei und drei Uhr.
Als Reaktion auf den offensichtlichen Klimawandel setzen Winzer auf spätreifende Sorten und kühlere Nordlagen, "wo früher nie jemand gedacht hätte, Wein auszusetzen", so Kerbl. Zudem wird die Begrünung reduziert, um den Reben keine Wasserkonkurrenz zu machen. Die Forschung orientiert sich an wärmeren Ländern: "Wir lernen von Italien, Frankreich, Australien", erklärt Eder. So lässt man etwa mehr Laub zur Beschattung stehen und prüft neue Wasserspeicher. Trotz aller Hürden versichern die Experten abschließend optimistisch: "Es wird ein Wein sein, und es wird auch ein guter Wein sein, auch 2026."
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