Ein Team um Umweltsoziologe Roman Hoffmann vom IIASA in Laxenburg (NÖ) wertete Daten aus 25 Ländern aus, darunter Österreich. Der Zeitraum: 2012 bis 2022. Ergebnis: Nach ungewöhnlich heißen Tagen sorgen sich die Menschen mehr ums Klima und wählen eher grüne Parteien.
Pro zusätzlichem Hitzetag pro Woche im Jahresschnitt steigt die Wahrscheinlichkeit für ein grünes Kreuzerl um 5,0 Prozentpunkte. Am stärksten sollen "geringer gebildete Männer" reagieren, die sonst eher weniger umweltbewusst sind.
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Nicht überall zieht es
Auch der Job spielt eine Rolle: Im Dienstleistungssektor schlägt die Hitze stärker aufs Wahlverhalten als in Landwirtschaft und Industrie. In wirtschaftlich schwächeren Regionen oder bei klimabeeinflussenden Industrien bleibt der Effekt hingegen klein. Der Geldbeutel schwitzt eben mit.
Hoffmann fordert deshalb mehr Unterstützung für Regionen, die beim Abschied von fossilen Brennstoffen schlechter aussteigen. Fazit: Ob die Wahlentscheidung wirklich vom Wetter kommt oder auch andere Faktoren mitspielen (was anzunehmen ist), bleibt eine Frage für die nächste Studie. Kritiker bezeichnen solche Studien gerne als "Bullshit-Forschung".
On Bullshit
On Bullshit ist der Originaltitel eines Essays des amerikanischen Philosophen Harry Frankfurt. Der Text handelt vom Phänomen des Bullshit (deutsch etwa Bockmist, Humbug, leeres Gerede). Er erschien 1986 zum ersten Mal als Aufsatz im Raritan Quarterly Review und bezeichnet ein Gerede, das im Gestut prätentiös, inhaltlich aber leer ist und einer Wahrheitsprüfung nicht standhält.
In vielen Disziplinen (wie der Psychologie, den Verhaltenswissenschaften oder der Biomedizin) lassen sich veröffentlichte Studienergebnisse oft nicht von anderen Forschern reproduzieren (Reproduzierbarkeitskrise). Wir werden weiterforschen.
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