Giganten

Ekel-Alarm! Diese Riesenspinnen sind größer als Meerschweinchen

Eine Goliath-Vogelspinne läuft tagsüber über einen steinigen Waldboden im Regenwald.
© Getty Images
Welche Spinne ist tatsächlich die größte der Welt? Die Antwort auf diese Frage hängt ganz davon ab, ob man die reine Körpergröße des Tieres oder die gesamte Beinspannweite misst.
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Wenn man rein nach der Körpergröße geht, steht ein Tier ganz unangefochten an der Spitze: die Goliath-Vogelspinne. Mit dem wissenschaftlichen Namen Theraphosa blondi bezeichnet, ist dieser Gigant nicht nur größer als ein Meerschweinchen, sondern gilt offiziell als die größte Spinne der Welt. Laut dem Guinnessbuch der Rekorde erreicht sie eine Körpergröße von bis zu 12 Zentimetern. Rechnet man die Beinspannweite hinzu, kommt das Tier auf atemberaubende 30 Zentimeter.

Obwohl ihr Gift für den Menschen nicht tödlich ist, sollte man der Goliath-Vogelspinne mit großem Respekt begegnen. Ihre Beißklauen sind über zwei Zentimeter lang – damit sind sie länger als die Eckzähne von so manchem Hund. Da die Tiere bei Störungen recht aggressiv reagieren können, ist ein Biss nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch tiefe Wunden hinterlassen.

  • Heimat: Die stark behaarte Riesenspinne liebt konstant hohe Temperaturen um die 30 Grad Celsius und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Daher findet man sie vor allem in den dichten tropischen Regenwäldern Südamerikas, insbesondere im Norden Brasiliens, in Surinam und in Französisch-Guyana.
  • Lebenserwartung: Während viele Insekten und Spinnentiere nur eine kurze Lebensspanne haben, können die Weibchen der Goliath-Vogelspinne im Schnitt zwischen 15 und 25 Jahre alt werden. Damit übertreffen sie sogar die durchschnittliche Lebenserwartung der meisten Hunde und Katzen.
  • Kulinarische Besonderheit: Für manche mag es überraschend klingen, aber die Goliath-Vogelspinne gehört zu den essbaren Spinnenarten. Bei einigen südamerikanischen Ureinwohnern steht sie auf dem Speiseplan und wird gebraten verzehrt. Dem Vernehmen nach soll ihr Geschmack stark an Krabben oder Hummer erinnern.

Laotische Riesenkrabbenspinne: Die Königin der Beinspannweite

Legt man bei der Messung jedoch die Beinspannweite als entscheidendes Kriterium an, krabbelt ein ganz anderes Tier auf den ersten Platz des weltweiten Rankings: die Laotische Riesenkrabbenspinne, wissenschaftlich Heteropoda maxima genannt.

Mit einer Beinspannweite von bis zu 35 Zentimetern sichert sie sich den Spitzenplatz. Im Vergleich zu ihren extrem langen Beinen hat sie jedoch mit maximal fünv Zentimetern einen verhältnismäßig kleinen Körper. Dank dieser extremen Gliedmaßen kann sich die Riesenkrabbenspinne außergewöhnlich schnell fortbewegen.

Nur in einer Region beheimatet

Wer Angst hat, diesem Giganten im Urlaub zu begegnen, kann jedoch beruhigt sein. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammentreffens in freier Wildbahn ist extrem gering, es sei denn, man reist in eine ganz bestimmte Region in Südostasien. Die Laotische Riesenkrabbenspinne kommt nämlich ausschließlich in Laos vor – und selbst dort bewohnt sie fast ausschließlich die dunklen Kalksteinhöhlen in der Provinz Cammon. Durch ihren flachen Körperbau ist sie perfekt daran angepasst, sich in den engen Vorsprüngen und Spalten der Höhlen zu verstecken. Dort bewacht sie auch sorgsam ihren Eikokon sowie den schlüpfenden Nachwuchs.

Sollte man doch einmal eine Riesenkrabbenspinne aufspüren, besteht kein Grund zur Panik. Obwohl sie aufgrund ihrer Größe kräftig zubeißen könnte, ergreift sie bei Kontakt mit Menschen meist sofort die Flucht. Ihr Biss ist für Menschen grundsätzlich ungefährlich, kann jedoch in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen.

Warum die Riesenkrabbenspinne auch als "Jägerspinne" bekannt ist

Auf dem Speiseplan der laotischen Riesenspinne stehen vor allem Insekten und andere wirbellose Höhlenbewohner. Anders als viele heimische Spinnen baut die Heteropoda maxima jedoch keine Netze, um ihre Beute zu fangen. Sie geht stattdessen aktiv auf die Jagd:

  • Ortung: Mithilfe von selbst erzeugten und wahrgenommenen Vibrationen spürt die Spinne ihre Beute in der Dunkelheit der Höhlen zielsicher auf.
  • Angriff: Sie packt das Beutetier blitzschnell mit ihren starken Vorderbeinen.
  • Injektion: Mit ihren scharfen Giftklauen injiziert sie das lähmende Gift direkt in das Opfer.
  • Verzehr: Im Anschluss wird das getötete Beutetier von der Riesenkrabbenspinne in aller Ruhe ausgesaugt.

Wegen dieser aktiven und unerbittlichen Jagdmethode wird die Familie dieser Spinnen im Englischen auch als "Huntsman Spider" oder schlicht "Huntsman" bezeichnet, was im Deutschen den Namen "Jägerspinne" etabliert hat.

Die Rangliste der größten Spinnen der Welt im Überblick

Neben den beiden Spitzenreitern gibt es noch weitere Spinnenarten auf der Erde, die durch ihre beachtliche Größe auffallen. Hier ist die Übersicht der bekanntesten Giganten:

  • Poecilotheria rajaei: Diese Art ist auch als "Gesichtsgroße Vogelspinne" bekannt und erreicht eine Beinspannweite von stolzen 20 Zentimetern.
  • Wolfsspinnen (Lycosidae): Diese flinken Jäger erreichen eine reine Körperlänge von bis zu 4 Zentimetern.
  • Walzenspinnen (Solifugae): Diese Spinnentiere können von der Kopfspitze bis zum Hinterleib bis zu 7 Zentimeter messen.
  • Seidenspinnen (Nephila): Die Weibchen dieser für ihre goldenen Netze bekannten Art erreichen eine Körpergröße von rund 5 Zentimetern.

Die absolut größte Spinne, die jemals auf unserem Planeten gelebt hat, existiert heute allerdings nicht mehr: die Megarachne. Dieses Urzeit-Monster krabbelte vor rund 100 Millionen Jahren über die Erde. Forscher konnten anhand von versteinerten Fossilien rekonstruieren, dass die Megarachne eine unvorstellbare Beinspannweite von bis zu 70 Zentimetern besaß – das ist fast ein Dreiviertelmeter und übertrifft jedes heute lebende Spinnentier bei Weitem.

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