KI-Boom an der Börse

DIESE 3 KI-Aktien schreiben gerade Geschichte

Renditestarke KI-Aktien gesucht - und: gefunden.
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Der weltweite KI-Rausch macht auch vor den Börsen in Wien und Frankfurt nicht halt – wenngleich Europa im direkten Vergleich zu den US-Giganten wie Nvidia oder Microsoft noch aufholen muss. Doch gerade abseits der großen Namen tun sich spannende Geschichten auf.
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Ein steirischer Leiterplattenhersteller verfünffacht seinen Börsenwert binnen Monaten, ein deutscher Softwarekonzern jongliert zwischen Milliardenübernahmen und Gewinnwarnung, und in den USA bleibt ein einziges Unternehmen der Puls, nach dem die gesamte Branche ihren Herzschlag misst.

Drei Aktien, drei völlig unterschiedliche Kapitel der aktuellen KI-Story – hier die Details.

AT&S (Österreich)

Der steirische Leiterplatten- und IC-Substrat-Hersteller aus Leoben ist die vielleicht überraschendste Erfolgsgeschichte der Wiener Börse 2026. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn fast verfünffacht, allein im Juni schoss der Kurs an einem einzigen Handelstag um über 36 Prozent nach oben – der beste Tag der Firmengeschichte. Der Grund: AT&S sitzt an einem Nadelöhr der KI-Chip-Fertigung, produziert also nicht selbst Chips wie Nvidia, sondern die hochkomplexen Trägerplatinen dafür.

Auslöser des Kurssprungs war ein bis zu zwei Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm am Standort Kulim in Malaysia, gemeinsam mit dem US-Chipkonzern AMD und einem bislang ungenannten zweiten Großkunden. Gleichzeitig hob das Management seine Prognose für 2026/27 massiv an und erwartet nun 45 bis 55 Prozent Umsatzwachstum. Als Zuckerl obendrauf steigt AT&S seit Ende Juni auch in den europäischen Leitindex Stoxx Europe 600 auf – ein Ritterschlag für ein Unternehmen, das lange als Nischenspieler galt.

SAP (Deutschland)

Der Walldorfer Softwareriese zeigt gerade, wie ambivalent die KI-Story in Europa sein kann. Einerseits meldete SAP für das zweite Quartal 2026 einen Cloud-Auftragsbestand von 22,9 Milliarden Euro, ein Plus von 27 Prozent, und schnürte mit der Übernahme von Prior Labs, einem Pionier bei tabellarischen Foundation Models, ein weiteres KI-Puzzleteil für seine Datenstrategie. Um die KI-Ausrichtung stärker an der Konzernspitze zu bündeln, entstehen zudem zwei neue Einheiten – die SAP Business AI Platform & CTO sowie die SAP Autonomous Suite –, die künftig direkt an Vorstandschef Christian Klein berichten.

Andererseits musste SAP wegen der Übernahmekosten die Gewinnprognose leicht nach unten korrigieren, und die Aktie pendelte zuletzt zwischen einem 52-Wochen-Tief im Juni und einer Konsolidierung knapp unter 180 Euro im August. Die Analystenmeinungen bleiben trotzdem größtenteils optimistisch: Von 28 Analysten raten 24 zum Kauf, keiner zum Verkauf. Die Geschichte zeigt exemplarisch, wie steigende Hardware- und Übernahmekosten selbst gut laufende KI-Strategien kurzfristig belasten können.

Nvidia (USA)

Als drittes Beispiel, diesmal aus den USA, weil kein europäisches Unternehmen bislang eine vergleichbare Rolle spielt: Nvidia bleibt der zentrale Fixpunkt der gesamten KI-Rally und wirkt inzwischen fast wie ein Gradmesser für die Stimmung an den europäischen Technologiebörsen selbst. Wenn der Kurs des Chipdesigners schwankt, zittern reflexartig auch deutsche Zulieferer wie Infineon oder Aixtron mit, weil deren Geschäft eng an die weltweite Nachfrage nach KI-Rechenzentren gekoppelt ist.

Zuletzt sorgte vor allem die Frage für Diskussionsstoff, ob sich die enormen Investitionen der Tech-Konzerne in eigene Rechenzentren langfristig auszahlen oder nur eine Blase befeuern – ein Thema, das auch europäische Marktbeobachter zunehmend beschäftigt. Analysten wie Stephen Innes verweisen zudem auf wachsende Kreditrisiken im gesamten KI-Ökosystem, weil sich Verschuldungsgrade und Finanzierungslasten mancherorts in die falsche Richtung entwickeln. Nvidia bleibt damit nicht nur Wachstumsmotor, sondern auch der Nervositätsindikator der Branche.

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