Feuerwehrmann warnt

Die 5 häufigsten Fehler bei Wohnungsbränden

Feuerwehr bekämpft einen Wohnhausbrand mit einer Drehleiter, Rauch steigt aus dem Gebäude auf.
© APA/STADT WIEN | FEUERWEHR
Bei einem Wohnungsbrand unter Stress entstehen oft entscheidende Fehler. Ein ehemaliger Disponent einer Einsatzleitstelle erklärt, worauf es in den ersten Minuten im Ernstfall wirklich ankommt.
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Während seiner Zeit in einer Feuerwehreinsatzleitstelle nahm ein ehemaliger Disponent zahlreiche Notrufe zu Wohnungsbränden entgegen. Dabei fiel ihm auf, dass Menschen unter großem Stress immer wieder dieselben Fehler machen. Bei Focus.de warnt der Experte: Die ersten Minuten eines Einsatzes sind jedoch entscheidend. In einem speziellen Fall rettete sich ein Bewohner auf einen Balkon. Für die Leitstelle war es dabei essenziell zu erfahren, wo genau er sich befindet, welches Geschoss betroffen ist und auf welcher Gebäudeseite – ob Straßen- oder Gartenseite – sich der Balkon befindet. Solche Details sind für die anrückenden Einsatzkräfte entscheidend.

Ort zuerst nennen

Beim Notruf neigen viele Menschen dazu, in Hektik alles gleichzeitig zu erzählen. Notrufe werden jedoch strukturiert abgearbeitet. Die Leitstellendisponenten stellen Fragen gezielt, um schnelle Hilfe zu schicken. Der genaue Notfallort ist dabei eine der wichtigsten Erstinformationen. Falls die Verbindung abbricht, kann die Feuerwehr dadurch zumindest bereits an den richtigen Ort geschickt werden. Fragen sollten beantwortet und der Ablauf nicht selbst vorgegeben werden. Rettungskräfte können oft bereits während des Gesprächs alarmiert werden.

Wohnungstür auf Fluchtweg schließen

Beim Verlassen einer brennenden Wohnung wird häufig der Fehler gemacht, die Wohnungstür offen zu lassen. Dadurch verbreitet sich Rauch im Treppenraum von Mehrfamilienhäusern extrem schnell. Sofern es gefahrlos möglich ist, muss die Tür beim Verlassen geschlossen werden, damit der Treppenraum als Rettungs- und Angriffsweg für Bewohner und Feuerwehr möglichst lange rauchfrei bleibt. Wenn es die Situation gefahrlos zulässt, kann es zudem sinnvoll sein, den Wohnungsschlüssel im Türschloss für die Feuerwehr zu hinterlassen.

Nach der Flucht draußen bleiben

Der Gedanke, für Handys, Geldbörsen, Dokumente oder Haustiere noch einmal in die Wohnung zurückzugehen, ist lebensgefährlich. Rauch und Hitze verändern sich bei einem Brand innerhalb kürzester Zeit massiv, sodass zuvor freie Wege schnell unpassierbar werden. Nach dem Verlassen der Wohnung gilt es, draußen zu bleiben und die Feuerwehr zu informieren, ob sich noch Menschen oder Tiere im Gebäude befinden.

Brandrauch niemals unterschätzen

Die Gefahr durch Brandrauch wird häufig unterschätzt. Bereits wenige Atemzüge in stark verrauchten Bereichen sind gefährlich. Ein Fluchtversuch durch einen vollständig verrauchten Treppenraum darf niemals unternommen werden. Ist der Rettungsweg abgeschnitten, sollte man im sicheren Bereich bleiben, Türen zum Rauch geschlossen halten, sich bemerkbar machen und der Leitstelle den genauen Aufenthaltsort mitteilen. Dies war auch beim Bewohner auf dem Balkon entscheidend, um die Einsatzkräfte gezielt hinzuleiten.

Anweisungen und Warnungen ernst nehmen

Auslösende Rauchmelder dürfen nicht automatisch als Fehlalarm abgetan werden. Anweisungen der Leitstelle oder der Einsatzkräfte haben konkrete Gründe. Wichtig ist es, zuzuhören und Fragen zu beantworten, etwa zum eigenen Standort, zu weiteren Personen im Gebäude, zur Verrauchung des Treppenraums oder zur Gebäudeseite. Die Grundregel lautet: Raus aus der Gefahr, Türen schließen, andere warnen, Notruf wählen und auf die Fragen des Disponenten hören.

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