Donald Trump trat mit einem klaren Versprechen an: America First. Keine neuen Kriege, die Amerika selbst anzettelt, und vor allem Wohlstand, Freiheit und Sicherheit für die eigenen Leute. Bei der Migrationspolitik hat er geliefert. Bei der Meinungsfreiheit hat er mit Musk und Zuckerberg zumindest die europäische Zensur-Mauer angeritzt. Das war richtig und nötig.
Beim zentralen Versprechen hat er jedoch versagt. Die Inflation liegt in den USA bei rund 3,7 Prozent – auf europäischem Niveau. Die Treibstoffpreise sind durch die Decke gegangen, im Schnitt höher als unter Biden. Wer an der Zapfsäule steht und mehr zahlt als vor zwei Jahren, interessiert sich nicht für patriotische Reden. Wer sich das Essen nicht mehr leisten kann, hört bei "America First" irgendwann weg. Das ist keine Medienlüge, das ist Alltag.
Die Midterms waren deshalb kein Zufall, sondern ein Denkzettel. Die Wähler haben Trump nicht grundsätzlich abgewählt. Sie haben ihm gesagt: Du hast uns an der Lebensrealität verraten. Zwei Jahre hat er noch. Zwei Jahre, um die Preise zu senken, die erratische Weltpolitik zu bändigen und das Weiße Haus nicht weiter zu vergolden, während die Leute an der Tankstelle schlucken. Macht er das, kann er noch die Trendwende einleiten und den Republikanern 2028 den Weg freihalten. Macht er es nicht und setzt weiter auf leere Sprüche, dann bleiben die Republikaner auf Jahrzehnte in der Opposition. Die Wähler haben klar gesprochen. Jetzt liegt es an ihm, ob er zuhört.
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