Krieg gegen Europa?

Das ist Putins geheimer Arktis-Plan

© IMAGO/ITAR-TASS
Russland legt sich immer mehr mit der NATO an – Wladimir Putin testet wohl aus, wie weit er gehen kann. Diese Szenarien könnten demnächst eintreten.
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Sollte Russland die Nato auf die Probe stellen wollen, wären statt eines großen Überfalls auf Europa vor allem verdeckte Operationen, Sabotageakte oder begrenzte Vorstöße denkbar. Solche Aktionen würden die Allianz vor extrem schwierige Entscheidungen stellen. Analysen der BILD zeigen dabei die am häufigsten diskutierten Szenarien.

Sabotage tief unter Wasser

Ein erster Schlag könnte auf dem Meeresgrund erfolgen. Russland besitzt spezialisierte Einheiten sowie Tiefsee-U-Boote, die an der kritischen Infrastruktur im Meer operieren können. Mögliche Ziele sind Strom- und Datenkabel, Pipelines oder Offshore-Anlagen. Fielen wichtige Verbindungen zeitgleich aus, drohten massive Störungen bei der Energieversorgung, der Kommunikation und dem Handel. Bei einer Sabotage auf hoher See bliebe zudem zunächst unklar, wer den Angriff ausgeführt hat.

Verdeckte Operation in Grenzstädten

Ein weiteres Modell ist das sogenannte Narva-Szenario in der estnischen Grenzstadt. Dort wird seit Jahren eine verdeckte russische Operation nach dem Muster der Krim diskutiert: Bewaffnete "grüne Männchen" ohne Hoheitszeichen, geschürte Unruhen und Separatisten stehen plötzlich in einer Nato-Stadt, während Moskau eine Beteiligung dementiert.

Gefahr für strategische Ostseeinseln

Wer die schwedische Insel Gotland kontrolliert, bedroht eine der wichtigsten Drehscheiben in der Ostsee. Deshalb tauchen Gotland sowie die finnischen Åland-Inseln regelmäßig in Szenarien auf. Denkbar wäre ein Überraschungsangriff Russlands mit dem Ziel, dort Anti-Schiff- und Flugabwehr-Systeme zu stationieren. Eine Verstärkung durch Nato-Truppen für das Baltikum würde dadurch massiv erschwert.

Spannungen um die Arktis

Ein weiterer Krisenherd liegt nahe am Nordpol. Spitzbergen gehört zu Norwegen und ist damit Nato-Gebiet, weist jedoch einen speziellen völkerrechtlichen Status auf. Russland betreibt dort mit Barentsburg weiterhin eine eigene Siedlung. Experten befürchten, dass Moskau unter dem Vorwand angeblicher Vertragsverletzungen oder zum Schutz eigener Bürger eine Krise inszenieren könnte, um strategische Punkte zu besetzen oder Druck auszuüben. Nur wenige Hundert Kilometer entfernt befindet sich auf der Kola-Halbinsel eines der militärisch wertvollsten Gebiete Russlands mit der Nordflotte und der seegestützten nuklearen Abschreckung.

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