Erweiterung

Brisantes EU-Spitzentreffen zu Asyl und Geld

Ursula von der Leyen spricht bei einer Plenarsitzung im Europäischen Parlament in Straßburg.
© APA/AFP/JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGE
Am 15. und 16. Oktober 2026 versammeln sich die europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel zu einem richtungsweisenden Gipfeltreffen.
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Auf der Agenda des Europäischen Rates stehen harte Verhandlungen über Rückkehrzentren außerhalb der Gemeinschaft, neue Beitrittskandidaten sowie eine dramatische Schuldenwarnung des EU-Rechnungshofs.

Pläne für Rückkehrzentren außerhalb der EU

Die Migrationspolitik entwickelt sich im Vorfeld des Treffens erneut zur Zerreißprobe für die Staatengemeinschaft. Mehrere Mitgliedstaaten fordern eine fundamentale Neuausrichtung des bisherigen Asylsystems und drängen auf Modelle, die Asylverfahren sowie Abschiebungen in Drittstaaten verlagern sollen, darunter auch Österreich.

Konkret liegt der Fokus der Staats- und Regierungschefs auf der Errichtung sogenannter Rückkehrzentren außerhalb des EU-Territoriums. Personen ohne Bleiberecht sollen rasch aus Europa in diese Zentren überstellt werden, um von dort aus die Heimreise anzutreten. Während Befürworter von einem wirksamen Hebel gegen illegale Migration sprechen, fordern kritischere Staaten klare menschenrechtliche Rahmenbedingungen.

Westbalkan und Osteuropa: Wer schafft den EU-Beitritt?

Die Zukunft der europäischen Erweiterung dominiert ebenfalls die Sitzungssäle in Brüssel. Gleich vier Staaten gelten derzeit als die aussichtsreichsten Anwärter auf eine Aufnahme in die Europäische Union, wobei das Tempo der Reformen sehr unterschiedlich ausfällt:

Menschen gehen vor dem Berlaymont-Gebäude der EU-Kommission in Brüssel entlang.
Berlaymont-Gebäude in Brüssel © APA/AFP/NICOLAS TUCAT
  • Montenegro: Gilt als absoluter Spitzenreiter im Verhandlungsprozess. Das offizielle Ziel lautet, die Beitrittsverhandlungen bis Ende 2026 vollständig abzuschließen, wesentliche Kapitel könnten bereits heuer finalisiert werden.
  • Albanien: Befindet sich ebenfalls auf der Überholspur der Westbalkan-Kandidaten.
  • Ukraine: Führt die Beitrittsgespräche seit dem historischen Start im Jahr 2023 mit hoher politischer Priorität weiter.
  • Moldau: Ebenfalls seit 2023 in den offiziellen Verhandlungsprozess eingebunden, um die Annäherung an den europäischen Binnenmarkt abzusichern.

Die Staats- und Regierungschefs müssen beim Gipfeltreffen abwägen, wie schnell der Aufnahmeprozess vorangetrieben werden kann.

Schock-Bericht des Rechnungshofs: Schuldenberg wächst auf eine Billion Euro

Einen massiven Dämpfer für künftige Vorhaben lieferte am Donnerstag der Europäische Rechnungshof mit seinem aktuellen Haushaltsbericht für das Jahr 2025. Die europäischen Prüfer warnen eindringlich vor einer "zunehmenden Schuldenlast der EU", die die Budgets sämtlicher Mitgliedstaaten über Jahrzehnte hinweg schwer belasten wird.

Die Gesamtverschuldung der Europäischen Union steuert unaufhaltsam auf die historische Rekordmarke von einer Billion Euro zu. Begonnen hatte diese Praxis während der wirtschaftlichen Verwerfungen infolge der Covid-Pandemie ab 2021.

Damals legte die EU-Kommission den milliardenschweren Wiederaufbaufonds "NextGenerationEU" auf, für den erstmals in großem Stil gemeinsame Darlehen an den internationalen Kapitalmärkten aufgenommen und besichert wurden.

Was als einmalige Notmaßnahme zur Wirtschaftsbelebung gedacht war, hat sich mittlerweile als permanentes Finanzierungsinstrument etabliert. Sowohl die finanzielle Unterstützung für die kriegsgebeutelte Ukraine als auch die gemeinsame Aufrüstung der Mitgliedstaaten werden mittlerweile über Schulden finanziert.

Die jährlichen Zinszahlungen der EU steigen laut Bericht auf bis zu 93 Milliarden Euro an.

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