Neuer Sky-Experte

Bresnik im OE24-Talk: "Tagger kann die Nummer 1 werden"

Lilli Tagger schlägt beim Tennisspielen einen Ball mit der Vorhand.
© PA Images via Getty Images
Tennis-Legende Günter Bresnik nimmt vor den US Open kein Blatt vor den Mund. Als neuer Sky-Experte prophezeit er Lilli Tagger eine Weltkarriere und spricht über Dominic Thiem.
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Während sich die besten Tennisspieler der Welt intensiv auf das Grand-Slam-Highlight in New York vorbereiten, arbeitet Tennis-Guru Günter Bresnik in der Südstadt mit Nachwuchsspielern. Am Wochenende übersiedelt der frühere Trainer von Topstars wie Boris Becker und Mentor von Dominic Thiem ins TV-Studio nach München, wo sich der 65-Jährige als neuer Sky-Experte kein Blatt vor den Mund nehmen wird. Im Interview kündigte er bereits an, dass er als Kommentator Tacheles reden werde.

Sky-Experte Bresnik im Interview

oe24: Auf was dürfen wir uns bei TV-Experte Bresnik gefasst machen?

Günter Bresnik: Ich werde mich sicher nicht verbiegen. Wenn ich was zu sagen habe, dann sage ich es. Als Kommentator werde ich sicher nicht herumeiern wie andere, ich werde auch nicht mit Kritik sparen.

oe24: Kritik musste zuletzt der frühere Junioren-Weltranglistenerste Joel Schwärz­ler einstecken. Jetzt sind Sie als sein möglicher Trainer im Gespräch. Was ist da dran?

Bresnik: Ich wurde (von einem Reporter, d. Red.) gefragt, ob ich mir vorstellen kann, mit ihm zu trainieren. Es wäre eine reizvolle Aufgabe. Schwärzler hat ja schon früher bei mir in der Südstadt trainiert. Ich mag ihn. Er hat den schweren Fehler gemacht, nach Spanien zu gehen. Außerdem haben bei ihm zu viele Leute mitgeredet. Ich wünsch ihm, dass er jetzt die richtigen Entscheidungen trifft und sein Potenzial ausschöpft. Er ist ein garantierter Top-100-Spieler und sollte auch in die Top 50 kommen. Mit 20 hat er noch alle Chancen.

Bresnik adelt Supertalent Lilli Tagger

oe24: Warum geht es bei Lilli Tagger nur bergauf?

Bresnik: Die hat alles richtig gemacht. Da hat ein schlauer Papa die richtigen Entscheidungen getroffen. Mit Francesca Schiavone haben sie in Italien eine Trainerin gefunden, die sich rund um die Uhr um Lilli kümmert. Die beiden sind wie siamesische Zwillinge. Ein echter Glücksfall.

oe24: Was bringt Tagger als Tennisspielerin mit?

Bresnik: Alles. Sie ist groß, hat eine sportliche Figur und beherrscht jeden Schlag. Außerdem ist sie ein hübsches Mädel und lacht bei der Arbeit. Man schaut ihr einfach gern beim Tennisspielen zu. Sinja Kraus hat sich auch toll weiterentwickelt, aber kein Vergleich zu Tagger, die erst 19 ist und sich ständig in allen Belangen verbessert.

oe24: Wie weit kann Tagger bei den US Open kommen?

Bresnik: Sehr weit. Im Gegensatz zu den Herren wird bei den Damen auch bei Grand-Slam-Turnieren auf zwei Gewinnsätze gespielt außerdem ist das Niveau sehr ausgeglichen. Wenn sie in Prag gewonnen hat, kann sie theoretisch auch in New York gewinnen. Wird sie aber nicht, oder sagen wir: Sie ist keine Turnierfavoritin, sie ist ja nicht gesetzt (als WTA-Nr. 48, d. Red.). Aber bei einer guten Auslosung kann sie unter die letzten 16 oder sogar die letzten 8 kommen. Und in der Weltrangliste wird sie es in die Top 20 schaffen. Da würde ich nichts ausschließen, sie kann sogar Nummer 1 werden.

oe24: Und Anastasia Potapova, aktuell Nr. 25 der Welt?

Bresnik: Ich mag sie, und ich hab ihr in der Südstadt bei ihrem Schritt nach Österreich geholfen. Aber sie ist für mich keine Österreicherin, Österreich hat mit ihren Erfolgen nix zu tun.

Geheimes Treffen mit Dominic Thiem

oe24: Sehr viel zu tun hatten Sie mit Dominic Thiem, den Sie zum Weltklassespieler geformt haben, ehe es zu Bruch kam. Habt ihr euch jemals ausgesprochen?

Bresnik: Mit Dominic selbst hab ich nie gestritten, eigentlich auch mit den Eltern nicht. Es ist nur von einem auf den anderen Tag der Kontakt abgerissen. Dabei war Wolfgang Thiem (Dominics Vater, d. Red.) über 20 Jahre Trainer bei mir. Das ist alles eine Enttäuschung, aber ich beschäftige mich damit nicht mehr. Inzwischen hat mich Dominic zwei, dreimal angerufen, und wir sind einmal gemeinsam essen gegangen. Ganz geheim, tiefe Gespräche haben wir nicht geführt.

Novak Djokovic hält die US-Open-Trophäe und jubelt mit erhobener Faust.
Novak Djokovic steht mit der US-Open-Trophäe in der Hand auf dem Tennisplatz und jubelt mit erhobener Faust. Der serbische Tennisspieler trägt eine weiße Jacke und präsentiert den Pokal nach seinem Turniersieg. © Corbis via Getty Images

oe24: Vor sechs Jahren, als Thiem die US Open gewann, wurde Djokovic als Favorit disqualifiziert. Trauen Sie ihm heuer noch den Sieg zu?

Bresnik: Abschreiben darf man ihn nie, und hinter den Favoriten stehen Fragezeichen. Wenn Sinner spielt, ist er Favorit.

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