Anklageschrift

Benko: Wegen Büchse und Betrug vor Gericht

Jagdbüchse mit Zielfernrohr liegt auf offenem, gepolstertem Metallkoffer mit blauem Innenfutter.
© aurena
oe24 liegt die Anklageschrift gegen Ex-Immo-Milliardär René Benko vor. Der Prozess im Herbst dreht sich um eine 80.000 Euro-Schusswaffe und einen vorgeworfenen Millionen-Betrug gegen die Haselsteiner-Privatstiftung.
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Signa-Gründer René Benko (49), derzeit in Untersuchungshaft in Innsbruck, steht vor einem heißen Herbst. In einem Schöffenprozess am Landesgericht Innsbruck drohen ihm bis zu 10 Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die WKStA wirft Benko schweren Betrug und betrügerische Krida vor.

  • Schwerer Betrug: Es geht um rund 5 Millionen, um die Benko die Haselsteiner Familien-Privatstiftung betrogen haben soll.
  • Bis zuletzt war Strabag-Milliardär Hans Peter Haselsteiner offenbar überzeugt davon, dass Benko 5 Millionen zurückzahlen würde, die ihm kurz vor der Pleite 2023 gewährt wurden.
  • Benko musste dafür aber bei einem Notar unterschreiben, dass er das Geld notfalls aus der eigenen Tasche berappen würde... Mittlerweile ist klar, dass Benko all die Milliarden(!)-Euro-Forderungen gegen ihn selbst wohl niemals völlig begleichen kann.
  • Bei der Schusswaffe, sie ist rund 80.000 Euro wert, geht es um betrügerische Krida.
  • Benko soll diese vor Gläubigern verschwiegen haben, sie wurde erst bei einer Razzia im Sommer 2024 in Benkos Anwesen in Innsbruck-Igls durch die Soko Signa sichergestellt.
  • Das gemeinsame Jagdfoto mit Ex-SPÖ-Tirol-Chef Dornauer entstand erst im September 2024. Damals nutzte Benko im Falle des Falles eine andere Waffe.

Während die WKStA siegesgewiss in die Verhandlung ab Ende September geht, ist Benkos Anwalt Norbert Wess sicher, dass "alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft von der Verteidigung entkräftigt werden".

Mann im Anzug mit Bart schaut ernst nach rechts, grauer Hintergrund, Holzwand rechts.
Angeklagter Rene Benko. © APA/EXPA/JOHANN GRODER

Sekretärin und andere Zeugen: Alle gegen Benko

Brisant: Die Staatsanwaltschaft hat als Zeugen unter anderem frühere Signa-Bosse aufgestellt (die in ihren Aussagen mittlerweile festgehalten haben, dass "Benko der faktische Boss in der Signa" war). Auch Strabag-Milliardär Hans Peter Haselsteiner tritt als Zeuge auf.

Außerdem sagt eine Assistentin von Benko, dass er der bestimmende Faktor im Signa-Imperium gewesen sei. Benko selbst betont, dass er lediglich eine beratende Rolle ausgeübt habe.

Teure Waffe

Die Scheiring Superleicht Doppelbüchse Kaliber 8×57 JRS/8×57 JRS, angekauft im Jahr 2019 zum Neupreis von 115.080 Euro (inkl. MwSt) - bezahlt hat damals die Signa Holding, bei einer Razzia im Sommer 2024 hat sie die Soko Signa in der Benko-Villa beschlagnahmt - diese doppelläufie Büchse ist für Experten eine beeindruckende Waffe:

“Die Doppelbüchse ist mit einer aufwendigen tiefgestochenen Ornamentgravur ausgestattet. Über die gesamte Fläche des Baskül sind Goldeinlagen eingearbeitet. Die Läufe haben eine durchgehende Achtkantform, welche im oberen Bereich des Laufes mit Ornamenten und Goldeinlagen versehen ist. Das Korn an der Laufmündung ist in einem plastisch dargestellten Keiler eingearbeitet. Das Schaftholz der Büchse ist ein sehr hochwertiges Wurzelmaserholz. In die Pistolengriffkappe ist ein Goldmonogramm "RB" eingearbeitet, welches mit Ornamenten und Goldelementen umrandet ist. Als Zielfernrohr wurde ein Swarovski Z8i 0,75-6×20 Abs. 4A-IF montiert. Die Montage ist mit Goldeinlagen und einer Ornamentgravur versehen.”

Waffen-Experte beschreibt die Büchse, um die es vor Gericht geht

Das Jagdgewehr ist im Zentralen Waffenregister auf René Benko registriert, in die Pistolengriffkappe ist ein Goldmonogramm "RB" eingearbeitet.

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