Nach 400 Jahren
Bekannte Großbrauerei meldet Insolvenz an
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat am Freitag beim Amtsgericht Braunschweig einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das im Jahr 1627 gegründete Traditionsunternehmen gehört zu den ältesten Brauereien Deutschlands und hat über Jahrhunderte hinweg Kriege sowie schwere Wirtschaftskrisen überstanden.
Nach Angaben der Geschäftsführung soll der Betrieb trotz des juristischen Schrittes uneingeschränkt weiterlaufen. Die Löhne und Gehälter der Belegschaft seien vorerst gesichert, während ein Insolvenzgericht die Aufsicht an einen vorläufigen Sachwalter übergeben hat.
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Gesamte Branche unter Druck
Die Gründe für die finanzielle Schieflage sind vielschichtig. Neben den drastisch gestiegenen Produktions- und Energiekosten macht dem Unternehmen vor allem der anhaltend schwache Bierabsatz zu schaffen. Wolters steht mit diesen Problemen allerdings nicht allein da: Die gesamte deutsche Brauwirtschaft leidet seit der Pandemie unter Lieferkettenproblemen und einer spürbaren Kaufzurückhaltung.
Allein im Jahr 2025 brach der Bierabsatz in Deutschland erneut um sechs Prozent ein. Wolters ist bereits die zweite namhafte Traditionsbrauerei innerhalb nur einer Woche, die den Gang zum Insolvenzgericht antreten musste.
Fokus auf alkoholfreie Getränke
Die eingeleitete Eigenverwaltung soll nun als Chance für eine grundlegende, strategische Neuausrichtung genutzt werden. Das Management plant, sich künftig noch deutlicher auf den regionalen Markt zu fokussieren, um Logistikkosten einzusparen.
Zudem soll das Sortiment in den kommenden Monaten gezielt um alkoholfreie Getränke erweitert werden, um auf den sich verändernden Geschmack der Konsumenten zu reagieren. Die betriebswirtschaftliche Sanierung wird dabei von externen Wirtschaftsberatern eng begleitet. Der Bericht über das Insolvenzverfahren wurde am Samstag veröffentlicht.
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