Arbeit
Top-Unternehmer tobt über Gen Z: "Work-Life-Balance braucht keiner"
Was braucht es, um ein Unternehmen erfolgreich zu machen? Maximilian Riedel (48) hat nach zehn Vorgänger-Generationen das Weinglas-Unternehmen Riedel übernommen, dessen Ursprünge im Jahr 1756 liegen. Im Podcast Mindgames sagt er ganz offen: "Die Work-Life-Balance braucht keiner." Seiner Meinung nach müssten vor allem die Jungen wieder richtig arbeiten.
"Ich bin ein Maniac, arbeite Tag und Nacht, beschäftige über 1.000 Mitarbeiter, reise 260 Tage im Jahr, habe 650.000 Follower, die ich selbst bespiele, alle Anfragen persönlich beantworte. Ich hole viel Information aus Social Media, das muss ich tun. Es gibt wenige, die mehr arbeiten als ich", beschreibt Riedel seinen Arbeitseifer.
Jugend hat keine Geduld mehr
Für den Erfolg brauche es auch Geduld und Durchhaltevermögen. Das hätten viele in der Generation Z verloren. Kaum einer hält noch ein Spiel Mensch ärgere dich nicht durch. Stattdessen muss immer etwas Neues passieren. Im Urlaub hat man eine elendslange Liste mit Dingen, die man sehen, fotografieren, machen muss, anstatt einfach den Urlaub zu genießen. Früher hat man von schönen Erlebnissen lange gezehrt. Heute ist alles sofort wieder vergessen, was gestern war", kritisiert Riedel.
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Druck durch Social Media
Bei den Jungen ginge es vor allem um das Aussehen. "Alle haben ein Sixpack, keiner einen Bauch, es liegt niemand mehr genussvoll am Badesee, Wasserski fährt man nur, um ein Foto zu schießen. Jeder hat eine Vision, wie der Körper aussehen muss. Sport ist ein Riesenthema geworden. Sport kostet heute so viel Geld. Extremsport etc. Man kann kaum mehr entschleunigen", sagt Riedel. Die Gen Z habe keine Geduld mehr. Es herrsche auch großer Druck durch Social Media.
Sohn das Tablet verboten
Er habe seinem jungen Sohn das Tablet verboten, sagt der Top-Unternehmer. In der Schule sei ihm aber alles auf dem Tablet erlaubt worden.
"Mein Sohn war ein guter Volkschüler, im Gymnasium macht es ihm keinen Spaß mehr. Ich ging in die Schule, um Freude zu haben mit Freunden. Am Tablet habe ich ihm alles abgedreht, auch Roblox abgedreht. In der Schule musst du jetzt ein iPad haben. Ich habe es meinem Sohn weggenommen. Am Schul-iPad haben sie Zugang zu allem, unkontrolliert. Es geht etwas verloren, wenn das Wort der Eltern fast nichts mehr zählt", zeigt der Unternehmer sein Unverständnis über die heutigen Zustände an der Schule.
"Erbschaftssteuer braucht dieses Land nicht"
Zur Politik hat er eine klare Meinung: "Ich zahle gerne meine Steuern, finde den Steuersatz angebracht. Es gibt Vorteile, hier zu leben als Dynastie."
"Eine Erbschaftssteuer braucht dieses Land nicht. Es fängt bei den Bauern an, die über Generationen gewirtschaftet haben. Als Industrieller ist es ident", sagt Riedel.
Politiker-Gehälter
Die Politiker sollten angemessen verdienen, denn sie führen ein Land mit neun Millionen Einwohnern.
Europas Probleme
Derzeit produziert Riedel in Österreich und Deutschland. Viele Regelungen seien zum Haareraufen, sagt er sinngemäß. Bei den Kartonverpackungen für seine Gläser müsse er mittlerweile nicht nur Bundesland und den Wald angeben, sondern den genau gefällten Baum, der dann schließlich zum Karton verarbeitet wurde.
Zu Europas Problemen zählen auch die "unbezahlbar gewordene Energie". Er sagt: "Ein neues Werk würde ich außerhalb Europas bauen."
Für die Glas-Industrie sieht er dennoch Zukunft, auch wenn er nicht weiß, ob seine Nachfolger, die 12. Generation, dann noch in Europa produzieren werden. "Besser wäre es für das Land. Ein Land, das nichts mehr selbst produziert, macht sich abhängig." Das hänge aber von den Umständen ab. Den jungen Menschen rät er auch, sich mit KI zu beschäftigen: "Sie wird unser Leben ändern."
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