Verbindungsbahn
ÖBB zahlen 1.500 Euro für Baum im Garten
Rund 1.000 Bäume müssen für den Ausbau der Verbindungsbahn gefällt werden. Als Ausgleich wollen die ÖBB insgesamt 1.297 neue Bäume pflanzen lassen. Bis zu 420 davon könnten künftig in Privatgärten stehen. Dafür gibt es eine Förderung von bis zu 1.500 Euro pro Baum.
Platz in Privatgärten gesucht
Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion ist, dass vor allem in Hietzing nicht genügend geeignete öffentliche Flächen für Ersatzpflanzungen zur Verfügung stehen. Deshalb sollen nun auch private Grundstücke in Meidling, Hietzing und Penzing genutzt werden.
Voraussetzung ist, dass sich zumindest ein Teil der Liegenschaft innerhalb des von den ÖBB festgelegten Bereichs rund um die Verbindungsbahn befindet. Je nach Platz können auch mehrere Bäume pro Grundstück gefördert werden. Ausgeschlossen sind Bäume, die Eigentümer aufgrund einer bestehenden Verpflichtung ohnehin setzen müssen.
Auch interessant
Fotos und Skizze für den Antrag
Wer Interesse hat, muss einen Antrag bei den ÖBB einreichen. Dazu braucht es eine Skizze des Grundstücks mit dem gewünschten Baumstandort sowie zumindest zwei Fotos aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Danach prüfen Experten, ob der Platz geeignet ist. Eine Rückmeldung soll in der Regel innerhalb von vier Wochen erfolgen.
Auch für den Standort gibt es klare Vorgaben. Direkt darunter dürfen keine Strom-, Gas- oder Kanalleitungen verlaufen. Zudem muss genügend Platz vorhanden sein, damit der ausgewachsene Baum rund vier Meter Abstand zu Gebäuden und zwei Meter zum Nachbargrundstück halten kann.
Auch Marille und Apfel stehen zur Wahl
Zur Auswahl stehen ausschließlich festgelegte Klimabäume, die mit Hitze und den Bedingungen in der Stadt zurechtkommen sollen. Neben Zürgelbaum, Säulenulme, Gleditschie und Japanischer Zelkove stehen auch zahlreiche Obstbäume auf der Liste. Möglich sind unter anderem Apfel, Birne, Pfirsich, Zwetschke, Kirsche und Marille.
Obstbäume fallen zudem nicht unter das Wiener Baumschutzgesetz. Für die spätere Pflege und eine mögliche Entfernung sind die Grundstückseigentümer selbst verantwortlich.
Erste Bäume ab Frühjahr 2027
Wird der Antrag genehmigt, muss der Baum von einer von den ÖBB bekanntgegebenen Landschaftsgärtnerei gesetzt werden. Losgehen kann es frühestens im Frühjahr 2027. Bäume werden ausschließlich im Frühjahr und Herbst gesetzt.
Die Förderung beträgt maximal 1.500 Euro pro Baum und deckt Transport, das Setzen des Baumes, einmaliges Eingießen sowie eine Verankerung ab. Eine Auszahlung des Geldes gibt es nicht. Liegen die tatsächlichen Kosten unter 1.500 Euro, wird die Differenz nicht ausbezahlt. Sind sie höher, muss der Antragsteller den Rest selbst bezahlen.
Der Baum muss direkt nach der Lieferung am zuvor genehmigten Platz gesetzt werden und dort während seiner gesamten Lebensdauer bleiben. Wird er später aus dem vorgesehenen Gebiet verpflanzt, muss der Zuschuss vollständig zurückgezahlt werden.
Insgesamt 1.297 neue Bäume geplant
Die bis zu 420 Bäume in Privatgärten sind nur ein Teil der geplanten Ausgleichsmaßnahmen. Weitere 572 Bäume sollen entlang der neuen Trasse gesetzt werden, die meisten davon in Hietzing, weitere in Meidling und Penzing. Dazu kommen 305 Bäume auf Ausgleichsflächen in Breitenlee und Kagran.
Anträge für die Förderung sind bis Ende 2030 möglich, sofern die dafür vorgesehenen Mittel nicht schon vorher ausgeschöpft sind. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Finden sich nicht genügend private Standorte, sollen die noch fehlenden Bäume auf anderen geeigneten Flächen in Wien gepflanzt werden.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden