Bild der Zerstörung

ÖSTERREICH in den Tornado-Hotspots

ÖSTERREICH in den Tornado-Hotspots
© TZOe Fuhrich
ÖSTERREICH sprach mit ­Betroffenen und Zeugen der Wetterkatastrophe.
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„Als ich das Haus verlassen habe, glaubte ich meinen Augen nicht“, sagt Vladimíra (33) zu ÖSTERREICH. Die 33-Jährige lebt mit ihrer Familie in Mikulčice, einer der vier Gemeinden, die vom Tornado am härtesten getroffenen wurden. Die Regierung spricht von 2.000 beschädigten Gebäuden in der Region.

Betroffene

Das Szenario: abgedeckte Dächer, so weit das Auge reicht. Ziegel, Äste und Betonteile bedecken die Fahrbahn der Hauptstraße. Überall hängen Kabel in der Luft, Straßenlaternen sind umgeknickt, rechts und links zerbeulte, teils auf dem Dach liegende Autos mit eingeschlagenen Fenstern. Am Friedhof hat ein entwurzelter Baum Dutzende Gräber beschädigt. Auch ­Vladimíras Auto ist ein Wrack. Der Tornado wütete mit bis zu 400 km/h, schleuderte ihren Škoda wie ein Spielzeug 15 Meter weit. Ihr Hausdach ist weggerissen, alle Fenster sind eingeschlagen. „Ich bin nur froh, dass es meiner Familie gut geht“, sagt sie.

Fünf Tote

Vergangenen Donnerstagabend ging alles sehr schnell. Binnen Minuten wurde der Himmel pechschwarz, es folgten Sturzregen und faustgroßer Hagel. „Es flogen zuerst Müllsäcke durch die Luft, dann Äste und Dachziegel. Freunde sahen sogar Autos in der Luft. Es war unheimlich“, so Filip (30), der nur ein paar Straßen weiter wohnt. Jakub (20) sagt zu ÖSTERREICH, dass er das Haus verlassen wollte, um zu sehen, was los ist, er aber die Tür nicht öffnen konnte, weil der Wind sie zudrückte. Ein Autofahrer aus dem Ort starb, erzählt er, weil sich der Pkw mehrfach überschlug – der Sturm forderte insgesamt fünf Menschenleben.

Dasselbe Bild der Verwüstung im Nachbarort Moravská Nová Ves: Bewohner decken die Dächer notdürftig mit blauen Planen ab. Hier wütete der Tornado laut Feuerwehr exakt eine Minute und 14 Sekunden und zerstörte alles, was sich ihm in den Weg stellte.

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Pfarrer: "Wir müssen nach vorne schauen"

Es war genau 19.30 Uhr, als Marián Kalina begann, die Kommunion auszuteilen. Plötzlich zerbarsten mehrere Fenster in der Kirche. In Panik liefen viele Menschen ins Freie und suchten Schutz im vom Sturm abgewandten Teil der Kirche. Das Gebäude ist erst zwei Jahre alt. Jetzt prüfen Statiker die Einsturzgefahr. Bis Donnerstagabend hatte die Kirche ein Holzdach – der Sturm riss es komplett ab. Von dort ist das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. „Wir müssen jetzt nach vorne blicken und das Gute sehen. Viele Menschen sind gekommen, um zu helfen. Wir sind unglaublich dankbar. Wir kümmern uns jetzt vor allem um Familien mit Kindern und Ältere, die obdachlos geworden sind“, sagt Kalina.

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Dorothea: "Wie ein Albtraum"

„Ich weiß nur, dass ich wegen des Sturms rauslief, um nach meiner Tante zu sehen. Plötzlich stand ich inmitten zerstörter Häuser. Ich war starr vor Schreck. Ich wollte weinen und konnte nicht. Das war alles wie ein schlechter Traum für mich“, sagt Dorothea, die mit anderen Studenten am Kirchplatz in Moravská Nová Ves aufräumt.

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Soldat mit Spendenaufruf

Jürgen Kreuzer, Soldat der österreichischen Garde, engagiert sich privat für die vom Tornado betroffene Region in Tschechien. Sachspenden können am Donnerstag, 1. Juli, in der Maria-Theresien-Kaserne (Am Fasangarten 2) in Wien abgegeben werden. Benötigt werden: Kübel, Besen, Schaufeln, Arbeitshandschuhe, Tierfutter, Nägel, haltbares Essen.

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