ÖSTERREICH-Besuch

Arigona – der Amtsarzt ist ihre letzte Hoffnung

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© TZ Oesterreich Fuhrich Roman

Anfang Juli soll Arigona Zogaj abgeschoben werden. ÖSTERREICH besuchte das Mädchen.

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Sie versucht zu lächeln, aber es gelingt nicht so richtig. Die Schatten unter den Augen sind mühsam überschminkt, sie hat auch einige Kilogramm abgenommen. Eigentlich wollte Arigona nicht reden, nicht jammern, weil ihr Menschen zu verstehen gegeben haben, dass sie nun still sein soll. Für ÖSTERREICH macht sie eine Ausnahme, gibt nach vielen Monaten wieder ein Interview, das erste seit Mitte Dezember. Damals verkündete Innenminister Platter, dass die 16-Jährige mit Ende des Schuljahres abgeschoben wird – in drei Wochen also. „Es dauert alles schon so lange“, sagt Arigona. „Ich möchte einfach nur meine Geschwister wieder sehen!“

„Ich will bleiben“
Arigona zeigt als Erstes die aktuelle Ausgabe eines Wochenblattes her, in dem von üblen Tricks die Rede ist, mit denen die Schülerin das „Gesetz umgehen“ will um länger in Österreich bleiben zu können. „Das stimmt doch alles gar nicht“. „Ich wollte gar nicht so oft in der Zeitung stehen und im Fernsehen sein. Ich will doch nur hier in Österreich bleiben dürfen.“

Arigona und ihre Mutter mussten mittlerweile das baufällige Haus, in dem sie in Frankenburg wohnten, verlassen. Sie sind in ein kleines Gebäude umgezogen („ein Schloss“, sagen die Neider). Arigona bewohnt dort zusammen mit ihrer Mutter eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung mit Klo am Gang. Im Wohn-Schlafzimmer steht ein Computer, über den sie jeden Tag mit dem abgeschobenen Teil der Familie im Kosovo chatten.

Gutes Ende
Gibt es doch ein Happy End? Manches deutet darauf hin. Ein neues Gutachten besagt, dass eine Abschiebung undenkbar ist. Arigonas Mutter, Nurie, ist krank, transportunfähig. Kann sie nicht abgeschoben werden – was der Amtsarzt am Donnerstag untersuchte (Ergebnis steht noch aus) – dann kann auch Arigona bleiben.

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