'Treten Sie zurück, Herr Minister'
Gastro-Aufstand gegen Mückstein
Wien/Innsbruck. Eine Branche tobt: Erst kippten die Weihnachtsfeiern, jetzt killt die auf 22 Uhr vorgezogene Sperrstunde alle Silvesterpartys. Mario Pulker, Gastronomie-Sprecher in der WKÖ: „Das ist eine Sauerei. Minister Mückstein soll sich überlegen, ob er nicht doch in seinem angestammten Job zurückkehrt“ (siehe Interview unten).
Robert Seeber, Obmann der Tourismussparte in der Wirtschaftskammer, bezeichnet die Verschärfungen als „schmerzhaften Rückschlag“. Die 22-Uhr-Sperrstunde führe bloß zu einer Verlegung der Feiern aus Lokalen und Hotelbars „in illegale Bereiche“.
ÖVP-Mann wirft "Mücke" völlige Unfähigkeit vor
Angriff. Stefan Ratzenberger, Obmann der Nachtgastronomen, fordert den „sofortigen Rücktritt von Mückstein“: „ Ihm und seinem Kabinett ist die Corona-Lage gänzlich entglitten, er betreibt Raubbau an der gesamten heimischen Tourismusbranche“. ÖVP-Tourismussprecher und Seilbahnchef Franz Hörl, wirft Mückstein einen „unerträglichen Ausdruck von Unfähigkeit und Ignoranz“ vor: „Mückstein hat ein Desaster angerichtet“, ist der Zillertaler Hotelier empört: „In weniger als einer Woche hat er seine eigenen Verordnungen so oft geändert, gelockert und verschärft, dass sich nicht einmal mehr erfahrene Juristen auskennen.“ Peter Friese, Wiener Top-Gastronom (Schwarzes Kameel), sagt: „ Wir haben alle harten Maßnahmen mitgetragen, jetzt werden wir für die guten Corona-Zahlen bestraft.“
Wirte-Sprecher Pulker wirft Mückstein vor: „Er vernichtet eine ganze Branche.“
ÖSTERREICH: Was werfen Sie dem Minister vor?
Mario Pulker: Ständig neue, widersprüchliche Verordnungen. Erst darf Silvester stattfinden, dann wieder nicht. Wir haben eingekauft, Musikkapellen für die Silvesternacht engagiert, zusätzliches Personal geholt. Dann die Absage. Wer soll das Desaster jetzt bezahlen? Er hat nicht einmal den Mut gehabt, das selbst zu verkünden, er schickte seine Beamtin vor. Die neue Verordnung ist eine reine Sauerei, ein totaler Wahnsinn. Der Minister muss sofort gehen, so kann man nicht agieren. Er ist planlos, eine Schande. Er soll sich in seinen angestammten Job zurückziehen und den Platz frei machen für jemanden, der es besser machen könnte.
ÖSTERREICH: Was fordern Sie jetzt?
Pulker: Es reicht, diese Auf-zu-Politik geht doch nicht. Mückstein vernichtet eine ganze Branche, seine Verordnungen sind Schikane. Den Job als Minister kann er einfach nicht, seine Entscheidungen sind an den Haaren herbeigezogen. Er betreibt regelrechtes Branchen-Bashing, das können wir nicht hinnehmen.
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