Prozess in Wien

Streit um Kredit in Lokal - dann fielen Schüsse

Zwei Angeklagte mit schwarzen Balken vor den Augen stehen im Gericht neben einem Justizwachebeamten.
© Fuhrich
Ein (korpulenter) Tschetschene und zwei Türken stehen wegen Mordes bzw. Beitragstäterschaft vor dem Schwurgericht in Wien. Alle bekennen sich nicht schuldig bzw. beschuldigen sich gegenseitig.
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Wien. Am Wiener Straflandesgericht hat am Freitag der Prozess rund um eine tödliche Auseinandersetzung in einem türkischen Lokal beim Yppenmarkt begonnen. In der dreitägigen Verhandlung werden die Geschehnisse der Schießerei am 6. November 2025 aufgerollt.

Ein Polizist führt einen Angeklagten in Handschellen vor Gericht, weitere Personen im Hintergrund.
Der dritte Angeklagte - allen drei droht bis zu lebenslang. © Fuhrich
Frau mit Brille telefoniert und hält Dokumentenmappe, im Hintergrund mehrere Personen.
Astrid Wagner verteidigt gemeinsam mit Michael Dohr einen der Angeklagten. © -

Die Schüsse fielen nach einem Streit um Geldschulden. Hintergrund soll laut Anklage ein Kreditgeschäft gewesen sein, das der 34-jährige Ferdi B.  und sein 36-jähriger Freund Necip A. (die beiden Türken) mit einem Kreditvermittler eingegangen waren. Vereinbart war, dass der Vermittler für rund 50.000 Euro eine Provision von 50 Prozent erhalten sollte. Als der Hauptangeklagte erfuhr, dass der Vermittler in ihrem Namen Kreditkarten bestellt und diese auch belastet hatte - er kaufte sich z.B. eine Rolex -, behoben er und der 36-Jährige die gesamte Kreditsumme. Deshalb kam es zwischen den drei Männern und dem Kreditvermittler zu einem Konflikt, der bei einer Aussprache in dem Lokal gelöst werden sollte.

Dazu soll der Fredi B. eine zuvor illegal erworbene Beretta mitgenommen haben, was er nun im Prozess bestreitet. Vielmehr beschuldigt er nun  den Tschetschenen Muhammed G., alle Waffen zu dem Treffen mitgenommen, den tödlichen Schuss abgegeben und dem 34-Jährigen dann die Tatwaffe, eine Beretta, überreicht zu haben. Er selbst habe  nach seiner Festnahme die Schuld nur deshalb auf sich genommen, "um meine Familie zu schützen", so der 34-Jährige beim Prozessauftakt. Die Anwälte der anderen schüttelten bei diesen Worten nur den Kopf.

In dem Verfahren werden zahlreiche Zeugen, aber auch Gutachter zu Wort kommen. Im Falle einer anklagekonformen Verurteilung droht den Männern bis zu lebenslange Haft.

Im Lokal waren zunächst zwei Schüsse gefallen, die den 55-jährigen Vater des Kreditvermittlers, einen Serben, im Bauch trafen. Nur eine Notoperation rettete ihm später das Leben. Der dritte Schuss traf den 33-jährigen Begleiter des Vermittlers, einen Tschetschenen, der sich noch aus dem Lokal schleppte und dort tödlich zusammenbrach.

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