Sexuelle Gewalt
Shania Twain wurde als Kind missbraucht
Hinter dem Glanz einer Weltkarriere verbirgt sich ein Abgrund aus Angst und Schmerz. In einem schonungslos offenen Interview mit der Zeitung The Times blickt die mittlerweile 60-jährige Country-Ikone Shania Twain auf eine Kindheit zurück, die von brutaler häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch überschattet war.
Es ist eine traurige Gewissheit, dass nicht jedem Kind ein behütetes Aufwachsen vergönnt ist. Für Eilleen Regina Edwards, wie die Sängerin mit bürgerlichem Namen heißt, war die Kindheit im kanadischen Ontario kein Ort der Geborgenheit, sondern ein täglicher Kampf ums Überleben. Gemeinsam mit ihren vier Geschwistern wuchs der spätere Weltstar in bitterer Armut auf. Bestimmend für das Familienleben waren jedoch nicht nur die materiellen Entbehrungen, sondern vor allem die unberechenbare Grausamkeit ihres Stiefvaters Jerry.
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Das Trauma als Wendepunkt
Ein besonders drastisches Schlüsselerlebnis ereignete sich, als die Musikerin gerade elf Jahre alt war. Damals schlug der Stiefvater die Mutter bewusstlos und drückte deren Kopf wiederholt in die Toilettenschüssel – ein unvorstellbarer Albtraum, der sich tief in die Seele des jungen Mädchens einbrannte. Doch inmitten dieser Ohnmacht erwuchs in ihr ein eiserner Überlebenswille.
"Es gab viele Momente, in denen mir klar wurde, dass ich mich auf keinen Fall jemals auf eine gewalttätige Beziehung einlassen würde", erinnert sich Shania Twain heute rückblickend.
Das seelische Martyrium der Mutter wurde für die heranwachsende Künstlerin zur Warnung und zum Katalysator für den eigenen Ausweg aus der Tyrannei.
"Ich war bereits dabei, mir meinen eigenen Schutzschild und mein Selbstvertrauen aufzubauen, um mich selbst zu verteidigen. Ich sah eine Mutter, die das für sich selbst nicht tat, und ich wollte nicht so werden wie meine Mutter. Ich versuchte, sie zu beschützen, sie tat mir leid, aber das Einzige, was ich wirklich tun konnte, war, diesen Kreislauf selbst zu durchbrechen."
Die Rückeroberung der eigenen Identität
Neben der permanenten physischen Bedrohung im emotionalen Ausnahmezustand des Elternhauses war Twain auch den sexuellen Übergriffen des Stiefvaters ausgesetzt. Der Missbrauch hinterließ tiefe Spuren der Scham, die die Sängerin erst viel später durch ihre Kunst zu bewältigen lernte. Ihre oft bewusst freizügig gestalteten Album-Cover, die in der Öffentlichkeit nicht selten für Aufsehen sorgten, waren in Wahrheit ein Akt der Befreiung und der visuellen Selbstermächtigung.
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"Es geht eigentlich darum, dass ich als Kind missbraucht wurde. Mein Stiefvater hat mich obenrum begrapscht und mich dazu gezwungen, ohne Oberteil herumzulaufen, und ich war schon in der Pubertät. Dieses peinliche, schreckliche Gefühl, aus meiner eigenen Haut schlüpfen zu wollen", offenbart der Star mit erschütternder Offenheit.
Mit dem Gang an die Öffentlichkeit beweist Shania Twain einmal mehr, dass sie die Rolle des Opfers längst hinter sich gelassen hat. Ihr Geständnis ist nicht nur eine Aufarbeitung der eigenen Historie, sondern auch eine Botschaft an Betroffene weltweit, dass das Durchbrechen des Schweigens der erste Schritt zur Heilung sein kann.
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