Sommer
Schutz von Tieren bei zunehmender Sonneneinstrahlung
Wichtig ist jetzt, Schattenmöglichkeiten zu bieten. Wenn Tiere auf Weiden gehalten werden, was ein fortschrittlicher Ansatz ist, sollte unbedingt die Möglichkeit auf Schatten zur Verfügung stehen.
Viele Tierarten haben eine deutlich niedrigere Wohlfühltemperatur als Menschen. Dazu gehören unter anderem Kühe, Schweine, Schafe und Hühner. Während der Mensch durch Kleidung, Sonnencreme und Ausweichmöglichkeiten relativ flexibel auf die vermehrten Sonnenstunden reagieren kann, sind Tiere in der Landwirtschaft auf ihre vorgegebene Umgebung angewiesen. Wildtiere können problemlos Schattenplätze aufsuchen. Tieren in der Landwirtschaft sollte dies in eingezäunten Außenflächen ebenso ermöglicht werden.
Schweine und Kühe brauchen Schatten
Selbst bei für Menschen angenehme Temperaturen kann permanente Sonneneinstrahlung ohne Schutzmöglichkeit Probleme machen.
Schweine beispielsweise sind besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Ihre Haut ist kaum durch Fell oder Pigment geschützt, weshalb sie tatsächlich Sonnenbrand bekommen können. Ohne ausreichend Schatten oder Schlamm- und Kühlmöglichkeiten kann es schnell zu Hautschäden, Stress und Überhitzung kommen.
Auch Rinder reagieren empfindlich auf Hitze und direkte Sonne. Auch sie begeben sich bei vermehrter Sonneneinstrahlung lieber in den Schatten.
Hitzestress auch bei Tieren
Studien und Beobachtungen zeigen, dass sie bei hohen Temperaturen ihr Fressverhalten reduzieren und sich weniger bewegen. Das wirkt sich langfristig auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Ähnlich verhält es sich bei Schafen und Geflügel, die ohne schattige Rückzugsorte schnell in Hitzestress geraten.
Hunde hassen Hitze
In der Heimtierhaltung wird das Problem ebenfalls häufig unterschätzt. Hunde etwa können sich nicht nur durch hohe Umgebungstemperaturen überhitzen, sondern auch durch aufgeheizte Oberflächen wie Asphalt. Auch an nicht besonders warmen, aber sehr sonnigen Tagen kann sich Asphalt so stark erhitzen, dass er Verbrennungen an den Pfoten verursacht. Eine einfache Faustregel: Wenn der Boden für die Hand zu heiß ist, ist er auch für Hundepfoten gefährlich. Dann gilt Straßenwege, die in der Sonne liegen zu meiden. Waldböden oder Wiesen heizen sich nicht so sehr auf und bieten eine gute Alternative für Spaziergänge. Wichtig ist außerdem, Hunde nicht in der Sonne vor Supermärkten anzubinden. Wenn sich der Asphalt aufheizt, hat der Hund keine Chance auszuweichen.
Gleiches Gilt für das Auto. Auch wenn die Außentemperaturen als angenehm empfunden werden, kann sich ein Auto durch die Sonne extrem aufheizen. Daher darf ein Hund keines Falls im Auto gelassen werden.
Sonnenschutz auch für Kleintiere
Noch sensibler reagieren Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Hasen. In Außenhaltungen ohne ausreichenden Schatten kann sich die Temperatur in Gehegen schnell stauen. Direkte Sonne auf Käfige oder Ställe kann innerhalb kurzer Zeit zu lebensbedrohlicher Überhitzung führen. Hier ist konsequenter Sonnenschutz – etwa durch Bäume, Dächer oder Schattentücher – unerlässlich.
Bienen, Hummeln, Insekten und Vögel brauchen Wasserstellen
Ein oft übersehener Aspekt betrifft auch Insekten und Vögel. In heißen Perioden werden Wasserstellen für sie lebenswichtig. Doch offene Gefäße bergen eine Gefahr: Viele Insekten können darin ertrinken. Deshalb empfehlen sich flache Wasserstellen mit Steinen, Moos oder kleinen Holzstücken, die als sichere Lande- und Ausstiegshilfen dienen. So können Bienen, Hummeln und andere Insekten trinken, ohne zu ertrinken. Vor allem in Städten, wo sich zwar blühende Wiesen befinden, aber keine Wasserstellen, brauchen Insekten unsere Hilfe.
Eine angebotene Trinkquelle spricht sich auch unter Insekten und Vögel schnell herum und wird dankend angenommen.
Mit zunehmenden Hitzewellen wird der Schutz vor direkter Sonne zu einer zentralen Tierschutzaufgabe – in der Landwirtschaft, im Garten und im Umgang mit Haustieren gleichermaßen.
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