Riesige Rauchsäule
830 Feuerwehrleute und 11 Hubschrauber gegen die Flammen-Hölle!
Die Flammen breiteten sich in Richtung von Häusern in der Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld aus, Bewohner wurden evakuiert. Am Abend war der Brand unter Kontrolle. Die rund 250 Betroffenen durften in ihre Häuser zurück.
Bewohnerinnen und Bewohner der Bahnstraße und Waldstrandsiedlung sowie in der Oberen und Unteren Waldgasse wurden vorsorglich evakuiert. Auch ein Gasthaus in dem betroffenen Gebiet musste schließen. Straßen in der Umgebung wurden gesperrt. Die Gemeinde habe den Krisenstab einberufen, berichtete Vizebürgermeister Johannes Tinhof (SPÖ). Eine Übernachtungsmöglichkeit mit Feldbetten wurde vorbereitet. 14 Personen wurden in einer Notunterkunft durch den Rettungsdienst betreut. Viele Betroffene kamen indes vorübergehend bei Angehörigen oder Freunden unter.
Der Großteil der Betroffenen durfte nach Angaben der Bezirkshauptmannschaft um 21.00 Uhr wieder in die Häuser und Wohnungen zurückkehren. Auch die Gebäude entlang der Bahnstraße (Kampersiedlung) wurden in der Folge freigegeben, informierte die Gemeinde.
Wind erschwerte Löscharbeiten
Der ausgedehnte Wald- und Flurbrand war in den Mittagsstunden ausgebrochen. Eine Rauchsäule war kilometerweit sichtbar. Es wurde die höchste Alarmstufe (B4) ausgelöst. Wind erschwerte die Löscharbeiten. Um die 90 Feuerwehren, der Flugdienst und der Sonderdienst Waldbrand sowie mehrere Katastrophenhilfsdienst-Züge waren im Einsatz. Vier Hubschrauber des Innenministeriums, ebenso viele des Bundesheeres - darunter drei Black Hawks und ein Leonardo - sowie drei Helikopter von privaten Firmen unterstützten bei der Bekämpfung der Flammen in schwer zugänglichen Bereichen.
Gegen 18.00 Uhr konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden, teilte das Bezirkskommando mit: "Damit ist der Einsatz allerdings noch keineswegs beendet. Die weiteren Arbeiten konzentrieren sich auf die Bekämpfung verbliebener Glut- und Brandherde sowie darauf, ein erneutes Aufflammen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern."
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Fünf Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten medizinisch an Ort und Stelle versorgt werden, teilte Notruf Niederösterreich in einer Aussendung mit. Vonseiten des Bezirkskommandos hieß es, dass vier FF-Mitglieder leicht verletzt wurden. Die Ursache für das Feuer stand vorerst nicht fest. Betroffen sei ein anderes Gebiet als beim Feuer in der Vorwoche, teilte Klaus Stebal vom Landeskommando mit.
Appell, sich vom Einsatzgebiet fernzuhalten
Die Feuerwehr appellierte an die Bevölkerung, das Gebiet großräumig zu meiden. Zufahrts- und Einsatzwege müssen "jederzeit freigehalten werden", wurde betont. "Wer sich unnötig dem Einsatzgebiet nähert, behindert nicht nur die Arbeit der Einsatzkräfte, sondern bringt auch sich selbst in Gefahr", lautete die Warnung.
Das Rote Kreuz war mit 44 Mitarbeitenden, darunter Spezialisten für Krisenintervention, und 21 Fahrzeugen im Einsatz, berichtete Sprecherin Sonja Kellner der APA. Ebenso war der Arbeiter-Samariter-Bund an Ort und Stelle. Die insgesamt 63 Mitarbeitenden und 29 Fahrzeuge des Rettungsdienstes wurden vom Team von LeoMobil, der mobilen Rettungsleitstelle von Notruf Niederösterreich, koordiniert und disponiert.
"Meine Gedanken sind heute bei allen, die in St. Egyden gegen die Flammen kämpfen, und bei den Menschen, die um ihr Zuhause bangen", teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) mit. Sie bedankte sich ebenso wie ihre Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Udo Landbauer (FPÖ) in Facebook-Postings bei den Einsatzkräften.
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Erst in der Vorwoche rund 100 Hektar großer Waldbrand
Erst vergangene Woche hatte sich ein Feuer im Föhrenwald auf rund 100 Hektar ausgedehnt. Die Flammen waren in der Vorwoche am Mittwochnachmittag ausgebrochen, es dauerte bis Sonntagabend, ehe "Brand aus" gegeben wurde. Hunderte Feuerwehrleute standen im Einsatz. Verursacht worden sein soll der Brand nach Ermittlungen der Polizei durch Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Fabrik. Das Feuer zählt zu den größten in Niederösterreich in den vergangenen Jahren.
Auch Waldbrand in der Steiermark
Auch in der Steiermark kam es nahe der Schießlingalm bei Dörflach, einem Teil von Aflenz (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), am Freitagvormittag zu einem Waldbrand. Durch "das rasche Eingreifen von Almbesuchern, Freizeitsportlern und Einsatzkräften" sei eine Ausbreitung des Brandes aber verhindert worden, hieß es am Abend in einer Aussendung der Landespolizeidirektion. Der Brand sei inzwischen gelöscht. Betroffen sei eine Fläche von rund 300 Quadratmetern gewesen. Zwei Feuerwehrleute wurden verletzt und in ein Krankenhaus in Leoben gebracht.
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